Busse per App: Im Kanton St.Gallen ist die neue Zahlungsmethode beliebter, als gedacht

Die Kantonspolizei St. Gallen hat die digitale Busse eingeführt. Sie soll sicherer sein als das vorherige Model.

Ines Biedenkapp
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Neu können Parkbussen im Kanton per App gezahlt werden.

Neu können Parkbussen im Kanton per App gezahlt werden.

Bild: Kapo SG

Manchmal ist man einfach froh, wenn man einen Parkplatz gefunden hat. Allerdings blöd, wenn man zurück kommt und eine Busse an der Windschutzscheibe hängt. Sei es fürs zu lange oder fürs Falschparkieren. Auf den Bussen der Kantonspolizei St. Gallen findet sich neu ein schwarz-geflecktes Quadrat. Dabei handelt es sich um einen sogenannten QR-Code, der mit einem Smartphone oder Tablet gescannt werden kann.

Doch warum braucht es einen QR-Code? «Der Grund ist simpel: Es vereinfacht die Zahlung», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Wer gebüsst wird, kann den Code scannen und den Betrag gleich online mit Kreditkarte, Twint oder Postcard bezahlen.

Bussen lieber gleich bezahlen

Zuvor mussten die Empfänger einer Busse per Einzahlungsschein auf der Post oder via E-Banking zahlen. «Die Menschen wollen eine Busse aber nicht noch mal in die Hand nehmen müssen», sagt Schneider. «Beim Ausstellen kam daher immer wieder die Diskussion auf, ob man diese nicht gleich sofort mit Kreditkarte oder wenigstens online zahlen könne.» Denn viele Leute wollen die Parkgebühren direkt bezahlen, das sie als lästig empfunden wird. Nur, wer hat immer so viel Geld bei sich, um eine Busse bar zu bezahlen?

Als Testregion im Kanton St. Gallen wählte die Kantonspolizei die Region Wil aus. Danach folgte Gossau. Mittlerweile kann im ganzen Kanton per QR-Code bezahlt werden. Die bisherigen Rückmeldungen seien überwiegend positiv ausgefallen. Schneider sagt:

Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen

Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen

Bild: PD
«Wir sind sehr zufrieden und die Anzahl Zahlungen via QR-Code hat unsere Erwartungen übertroffen.»

Aber, wie sieht es im Zeitalter des Datenschutzes mit der Sicherheit aus?

Neues System ist sicherer

Eine Frage, die gerne im Zusammenhang mit der Umstellung gestellt wird, ist, ob die Daten bei einem Klau des Zettels, für jedermann ersichtlich sind. Das sei jedoch nicht der Fall, gibt die Kantonspolizei auf ihrer Website an. Es sei unwahrscheinlich, dass eine Busse geklaut werde. So heisst es weiter:

«Erfahrungsgemäss kommt das nicht vor.»

In Internet-Foren wird auch immer wieder auf die Gefahr von gefälschten QR-Codes hingewiesen. Cyberkriminelle würden damit auf falsche Websites umleiten, um Personen abzuzocken. «Ja, auch die Codes kann man fälschen», bestätigt Schneider. Dafür brauche es jedoch ein gutes technisches Wissen.

Was auffällt, auf den neuen Bussen wird kein Grund angegeben. Warum? «Nach dem Scannen des Codes, wird eine Sicherheitsfrage gestellt», erklärt der Mediensprecher. Gefragt wird etwa nach dem Geburtsdatum oder dem Kennzeichen des Fahrzeugs. Erst dann würde der Grund genannt und die Zahlung in die Wege geleitet.

QR-Code soll auch im Thurgau kommen

Damit soll das Verfahren auch sicherer sein, als zuvor. «Auf den vorherigen Zetteln hatten wir teilweise noch handschriftliche Notizen», sagt Schneider. Sie wären einfacher gewesen zu fälschen. «Es brauchte nur eine Kontonummer und die Adresse der Polizei.»

Ab 2021 wird die Bussen-App auch bei der Stadtpolizei eingeführt. Ebenso laufen die Vorbereitungen im Thurgau. Wann dort genau der QR-Code kommt, steht allerdings noch nicht fest. Wer übrigens kein Smartphone besitzt, soll einfach warten: «Nach 30 Tagen wird einem der normale Einzahlungsschein geschickt», sagt Schneider. Die Busse kommt also so oder so ans Ziel.

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