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Wegen finanzieller Not: St.Galler Stiftung Business House kündigt Angestellten in Uzwil

Sieben Uzwiler Angestellte der Sozialfirma akzeptierten die Lohnreduktionen nicht. Nun wurde ihnen wie angedroht gekündigt. In zehn Tagen soll die Stiftung der Gemeinde zeigen, wie das Werk weiterläuft.
Marcel Elsener
Die Belegschaft des Business House im Werk Uzwil ist mit einer Lohnreduktion nicht einverstanden. Per sofort sollten nämlich alle auf 10 Prozent ihres Gehalts verzichten, andernfalls müssen sie mit der Kündigung rechnen. (Bild: Michel Canonica)

Die Belegschaft des Business House im Werk Uzwil ist mit einer Lohnreduktion nicht einverstanden. Per sofort sollten nämlich alle auf 10 Prozent ihres Gehalts verzichten, andernfalls müssen sie mit der Kündigung rechnen. (Bild: Michel Canonica)

Die Stiftung Business House muss dringend Geld beschaffen; aufgrund einer Veruntreuung durch einen früheren Buchhalter und Geschäftsleiter hat die Sozialfirma einen sechsstelligen Betrag verloren, vermutlich unwiederbringlich. Als Sofortmassnahmen wurden eine strikte Ausgabenkontrolle beschlossen sowie Vermieter und Lieferanten um günstigere Konditionen gebeten. Laut Stiftungsratspräsident Felix Bischofberger werden zudem rechtliche Schritte gegen verantwortliche Organe geprüft.

Die heikelste Massnahme ist eine Lohnreduktion für alle 52 Angestellten: Sie sollten per sofort auf 10 Prozent ihres Gehalts verzichten, andernfalls müssen sie mit der Kündigung rechnen. Die Mehrheit scheint dies hingenommen zu haben. Nicht einverstanden ist die Belegschaft im Werk Uzwil: Dort haben sieben Angestellte die Lohnreduktion konsequent verweigert, worauf ihnen Anfang Juli wie angedroht die Kündigung ausgesprochen wurde. Betriebsleiter Bruno Grunder wollte sich vor der gestrigen Mitarbeiterinformation nur zurückhaltend äussern. Doch ist die Frustration im «guten Team und florierenden Werk» offenkundig gross; den Uzwiler Angestellten stossen nebst der alternativlosen Lohnreduktion vor allem die lange nicht getätigen internen Strukturänderungen auf. Bemängelt wird auch, dass es in den letzten Wochen zu keinem Gesprächsangebot gekommen sei.

Man habe die Kündigungen aussprechen müssen, weil für alle Werke das gleiche Recht gelte, erklärt Felix Bischofberger. Aus dem gleichen Grund sei ein finanzielles Entgegenkommen mit den Uzwiler Angestellten kaum möglich, auch im Sinne der Gleichstellung mit den anderen Angestellten, welche die Massnahmen des Stiftungsrates mittragen. Bischofberger betont, dass Gespräche «immer geführt» und «offen informiert» worden sei. Ob es doch noch zu einer Einigung mit dem Team in Uzwil komme, sei in der aktuellen «Eskalationsphase» schwer zu sagen.

Besorgt über die Entwicklung ist die Gemeinde Uzwil, die seit 2012 mit Business House zusammenarbeitet. Im regionalen Werk sind aktuell 25 Personen aus Uzwil im Einsatz. Man habe «aufs richtige Pferd gesetzt», bilanzierte die von einer leicht höheren Arbeitslosigkeit betroffene Gemeinde 2014; statt wie andere Gemeinden bei den Skos-Richtlinien zu kürzen, habe man den aufwendigeren, aber erfolgreicheren Weg gewählt. Die Arbeitsintegration komme den Betroffenen ebenso zu gut wie der Gemeinde. Nebst Business House bietet Uzwil Arbeitsintegrationsplätze bei der Stiftung Tosam und im Buecherwäldli. Derzeit tut sie dies laut Verwaltungsleiter Thomas Stricker aber nicht. Man habe mit Business House bislang gut zusammengearbeitet und rechne weiterhin mit dieser Institution. Nach einer Aussprache zwischen Gemeinde und Stiftung am Freitag muss Business House innert zehn Tagen, also bis 17. Juli, eine zukunftsfähige Lösung für das Werk Uzwil präsentieren. Wie und mit welchen Mitarbeitern, ist fraglich. Inoffiziell ist die Rede davon, dass das heutige Team sein Fachwissen und seine Kunden einer anderen Institution zukommen lassen könnte.

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