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Ostschweizer Politiker zur möglichen Bundesratskandidatur von Karin Keller-Sutter: Zuspruch von der SP, Skepsis in der SVP

FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann tritt Ende Jahr zurück. Ostschweizer Bundespolitiker hoffen, dass Karin Keller-Sutter für den Sitz kandidiert.
Noch lassen sich aber nicht alle in die Karten blicken – und es gibt auch kritische Stimmen.
Adrian Vögele, Bern
Er bleibt noch bis Ende Jahr: Bundesrat Johann Schneider-Ammann nimmt vor den Medien Stellung zu seinem Rücktritt. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Er bleibt noch bis Ende Jahr: Bundesrat Johann Schneider-Ammann nimmt vor den Medien Stellung zu seinem Rücktritt. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Die Nachricht elektrisierte am Dienstag ganz Bundesbern: Bundesrat Schneider-Ammann (FDP) tritt zurück. Schafft die Ostschweiz jetzt den Sprung in die Landesregierung? Stellt sich Karin Keller-Sutter zur Wahl? Diese Fragen beschäftigte am Dienstag auch die Bundesparlamentarier aus der Region. "Jetzt ist die Ostschweiz an der Reihe - alles andere wäre ein Affront", sagt Nationalrat Thomas Ammann (CVP/SG). Man dürfe damit rechnen, dass die FDP mit einer starken Frauenkandidatur antrete. "Karin Keller-Sutter wäre sicher eine valable Kandidatin", ergänzt Fraktionskollege Nicolo Paganini. Aber entschieden sei noch nichts - "wir müssen die Ausgangslage am Wahltag anschauen." Möglich ist, dass dann auch der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Doris Leuthard (CVP) gewählt wird. Als Kandidat für diesen Sitz wird nebst anderen der St.Galler Regierungsrat Benedikt Würth gehandelt. Falls Keller-Sutter und Würth beide kandidieren, könne es aus Ostschweizer Sicht allerdings schwierig werden, so Ammann und Paganini.

Rechsteiner: "Eine einmalige Chance"

Ständerat Paul Rechsteiner (SP/SG) sagt: "Es ist Sache der FDP, nun eine geeignete Kandidatur zu bestimmen." Man dürfe von jeder Bundesratspartei erwarten, dass sie für das Amt auch Frauen vorsehe. "Aus St.Galler Sicht wäre es ausgezeichnet, wenn Karin Keller-Sutter das Rennen machen würde. Das wäre eine einmalige Chance."

Skepsis in der SVP

SVP-Vertreter schlagen bezüglich Keller-Sutter unterschiedliche Töne an. Dass Keller-Sutter und Rechsteiner immer wieder ein politisches Team bilden, komme in der Fraktion teils schlecht an, sagt Roland Rino Büchel (SVP/SG). Er selber erwarte für die Nachfolge von Schneider-Ammann eine Person, die klar bürgerlich politisiere. Es sei legitim, eine Ostschweizerin oder einen Ostschweizer für den Bundesrat zu fordern. "Der Aspekt wird aber stark überschätzt." Bundesräte würden nicht als Vertreter der Regionen gewählt - ganz im Gegensatz zu den Parlamentariern.

Bereits deutlich für Keller-Sutter spricht sich Verena Herzog (SVP/TG) aus. "Sie bringt das nötige Rüstzeug mit und vertritt eine klare Linie." Dass sie Ostschweizerin sei und eine Frau, spreche erst recht für sie. "Ich werde das Gespräch mit ihr suchen und sie dazu ermuntern, die Kandidatur zu wagen", sagt Herzog.

Auch Edith Graf-Litscher (SP/TG) hofft, dass Keller-Sutter kandidiert. "Ich würde es begrüssen. Sie ist hochkompetent, geniesst viel Anerkennung im Parlament und hätte gute Wahlchancen." Etwas zurückhaltender äussert sich Claudia Friedl (SP/SG). "Ich will mich noch nicht festlegen." Keller-Sutter sei sicher im Gespräch. Und im Vergleich mit Benedikt Würth sei sie in Bern viel besser vernetzt.

FDP-Männer wollen mehr Frauen im Bundesrat

Innerhalb der FDP gibt es nebst Keller-Sutter weitere Namen, die im Zusammenhang mit der Nachfolge von Schneider-Ammann kursieren. Dazu gehören der Ausserrhoder Ständerat Andrea Caroni und der St.Galler Nationalrat Marcel Dobler. Er werde zu gegebener Zeit kommunizieren, sagt Caroni auf Anfrage. "Klar ist, dass die Ostschweiz wieder in den Bundesrat gehört. Auch stünde der FDP Schweiz und der Landesvertretung eine stärkere Frauenvertretung im Bundesrat gut an." Und was sagt Dobler dazu, dass er selber bereits als möglicher Kandidat für die FDP gehandelt wird? "Ich habe es zur Kenntnis genommen, würde heute aber eine Frau als Bundesrätin unterstützen." Johann Schneider-Ammann habe einen guten Zeitpunkt für seinen Rücktritt gewählt, so Dobler. «Nun sind wir gespannt darauf, was die CVP macht.»

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