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BUNDESHAUS: Ostschweizer Parlamentarier: Nur eine Minderheit ist konfessionslos

Auch in der Ostschweizer Bevölkerung wächst der Anteil jener, die nicht einer Landeskirche angehören. In der Bundeshausdelegation haben sie aber erst in der SP und der FDP Fuss gefasst.
Silvan Lüchinger
David Zuberbühler (SVP) und Andrea Caroni (FDP, beide oben) sind konfessionslos, Christian Lohr politisiert als Reformierter in der CVP, und Karin Keller-Sutter gehört zu den wenigen katholischen Freisinnigen. (Bild: Keystone)

David Zuberbühler (SVP) und Andrea Caroni (FDP, beide oben) sind konfessionslos, Christian Lohr politisiert als Reformierter in der CVP, und Karin Keller-Sutter gehört zu den wenigen katholischen Freisinnigen. (Bild: Keystone)

Silvan Lüchinger

silvan.luechinger@tagblatt.ch

Das Eidgenössische Parlament ist ein Spiegel der Bevölkerung. Es bildet das Zahlenverhältnis zwischen Stadt- und Landbewohnern ebenso ab wie jenes der Geschlechter, der Altersgruppen und der Wirtschaftssektoren. Das zumindest ist die Idealvorstellung. Am nächsten kommt ihr wohl die Verteilung der Parlamentssitze auf die Sprachgruppen. Weit entfernt von der Realität ist das Bild, wenn es etwa um den Frauenanteil oder jenen der gebürtigen Ausländerinnen und Ausländer geht.

Kaum noch Beachtung findet heute die Frage, wie es um die Zusammensetzung der Räte nach Konfessionen bestellt ist. Eine umfassende Erhebung der NZZ zeigt überraschende Ergebnisse. Sie belegen unter anderem, wie lange es dauert, bis in der Schweiz Verschiebungen im Kräfteverhältnis der Konfessionen ihren Niederschlag auch an der Spitze der Staatspyramide finden.

So halten etwa die Reformierten im Nationalrat nach wie vor über 40 Prozent der Sitze, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung wesentlich tiefer liegt. Die Konfessionslosen hingegen, in den vergangenen Jahren die mit Abstand am stärksten wachsende Gruppe, sind im Parlament untervertreten. Von den Moslems und den Angehörigen anderer Religionen nicht zu reden. Wie sieht es mit Blick auf die Ostschweizer Vertretung in Bern aus?

Zwei konfessionslose Ausserrhoder

Von den insgesamt 26 National- und Ständeräten der Kantone St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausser- und Innerrhoden sind zwölf katholisch, neun reformiert und fünf konfessionslos. Mit Paul Rechsteiner (SP), Barbara Gysi (SP) und Marcel Dobler (FDP) vertreten drei der fünf Konfessionslosen den Kanton St.Gallen. Bei einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 17 bis 18 Prozent sind diese damit leicht übervertreten. Rein rechnerisch stünde auch den Mitgliedern nichtchristlicher Konfessionen ein Nationalratssitz zu, stellen sie doch gut 8,5 Prozent der Bevölkerung.

Ein erstaunliches Bild zeigt sich für Appenzell Ausserrhoden. Seine beiden Vertreter in Bern – Ständerat Andrea Caroni (FDP) und Nationalrat David Zuberbühler (SVP) – bezeichnen sich als konfessionslos. Dies, obwohl immer noch knapp 70 Prozent der Ausserrhoder Bevölkerung entweder der reformierten oder der katholischen Kirche angehören, und der Anteil der Konfessionslosen nicht grösser ist als jener im Kanton St.Gallen.

Umgekehrt ist es in Innerrhoden: Ständerat Ivo Bischofberger ist ebenso selbstverständlich katholisch wie Nationalrat Daniel Fässler und fast drei Viertel der Kantonseinwohner.

Zumindest was CVP und FDP betrifft, verläuft die Parteizugehörigkeit bis heute weitgehend entlang der konfessionellen Grenzen. Der Thurgauer Christian Lohr ist der einzige Ostschweizer CVP-Nationalrat reformierter Konfession. Anderseits ist die freisinnige St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter katholisch. Die Vertreterinnen und Vertreter der SVP verteilen sich auf beide Konfessionen. Dass drei der fünf St. Galler SVP-Nationalräte Katholiken sind, zeigt auf, wie stark die SVP seit ihrer Neugründung in die einstige Stammwählerschaft der CVP eingebrochen ist.

Aufgeschlüsselt nach Konfessionen ergibt sich für den Kanton St.Gallen: Dem katholischen Bevölkerungsteil stünden fünf, dem reformierten maximal drei und jenen, die keiner Landeskirche angehören, vier Nationalratssitze zu. Faktum ist, dass die Katholiken sieben, die Reformierten drei und die Konfessionslosen zwei Sitze halten. Gar nicht vertreten sind die Angehörigen anderer Konfessionen.

Die Weder-noch sind im Thurgau die grösste Gruppe

Im Kanton Thurgau gehören noch zwei Drittel der Gesamtbevölkerung einer Landeskirche an – etwas mehr der reformier-ten als der römisch-katholischen. Vergangenes Jahr stellten aber jene Thurgauer, die keiner oder einer anderen Glaubensge- meinschaft angehören, mit 34,4 Prozent erstmals den grössten Bevölkerungsanteil. Im Kanton St.Gallen haben die Weder-noch-Einwohner die Reformierten schon lange überholt. Allein die Konfessionslosen trennen von den Reformierten nur noch wenige Prozentpunkte.

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