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Bundesgericht stützt St. Galler Pyro-Urteile

Die St. Galler Justiz hat Basler Fussballfans zu Recht wegen Verstössen gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt. Das Bundesgericht hat Beschwerden von zwei Verurteilten abgewiesen, die versucht hatten, Pyros in die AFG Arena zu schmuggeln.
Urs-Peter Inderbitzin

Pyros oder bengalische Fackeln in Fussballstadien sind wegen ihrer Gefährlichkeit in den letzten Monaten zu einem eigentlichen Dauerthema in Diskussionen innerhalb und ausserhalb der Fussballstadien geworden. Obschon die Mitnahme pyrotechnischer Gegenstände verboten ist, versuchen Fans von Fussballteams immer wieder, Pyros in die Stadien zu schmuggeln.

So auch am 21. März 2010, als der FC Basel in St. Gallen zu Gast war. Im Vorfeld des Spiels wurden sechs Basler Fans beim Versuch erwischt, in den Boxershorts versteckte Rauchkörper ins Stadion zu schmuggeln. Der Schnellrichter verurteilte die FCB-Fans, die während zwei Tagen in Untersuchungshaft sassen, zu Bussen.

Kreis- anders als Kantonsgericht

Das Kreisgericht St. Gallen sprach die FCB-Fans auf Beschwerde hin jedoch frei und zog lediglich die beschlagnahmten Pyros zur Vernichtung ein. Es befand, wer Pyros lediglich mitführe, begehe noch keine Straftat.

Dieser Auffassung konnte das St. Galler Kantonsgericht nicht zustimmen; es hiess eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft gut und verurteilte die FCB-Fans wegen versuchter Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz zu bedingten Geldstrafen. Indem die Fans die Rauchkörper in den Boxershorts bzw. in den Hosen versteckt hätten, um sie zwischen den Beinen ins Stadion zu schmuggeln, hätten sie den entscheidenden Schritt zur strafbaren Handlung getan. Letztlich sei das Anzünden der Pyros im Stadion nur deshalb verhindert worden, weil die FCB-Fans beim Schmuggel ertappt worden seien.

Zwei der sechs FCB-Fans zogen den Streit ans Bundesgericht, sind dort jetzt aber unterlegen. Es sei nicht erwiesen, so die Fans, dass sie die Pyros tatsächlich entzündet hätten. Entgegen der Auffassung des St. Galler Kantonsgerichts sei es «nicht völlig sinnwidrig und lebensfremd», Pyros zuerst durch die Kontrollen zu schmuggeln, um sie während des Spiels doch nicht abzubrennen und wieder nach Hause zu tragen.

Keinen andern Grund erkannt

Diese Ausführungen vermochten das Bundesgericht nicht zu überzeugen, zumal nicht ersichtlich sei, wie die Rauchkörper legal verwendbar gewesen wären. Mit dem Versuch, mit den Pyros in den Hosen das Drehkreuz beim Stadioneintritt zu passieren, hätten die FCB-Fans den «point of no return» überschritten.

Laut dem achtseitigen Kurzurteil aus Lausanne setze sich «kein einigermassen vernünftiger Mensch» dem Risiko einer Kontrolle beziehungsweise der polizeilichen Festnahme aus, um den Rauchkörper schliesslich bei passender Gelegenheit im Stadion dann doch nicht zu zünden. Die beiden FCB-Fans, die zu bedingten Geldstrafen in der Höhe von 6000, beziehungsweise 1800 Franken verurteilt worden waren, müssen die Gerichtskosten von je 4000 Franken bezahlen.

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