Bund rückt Wölfen auf den Pelz

Der Bund will das Verhalten der Jungwölfe am Calanda genau erforschen – und testen, mit welchen Methoden sie von Siedlungen ferngehalten werden können. Auch Abschüsse von Wölfen, die zu wenig Scheu zeigen, sind ein Thema.

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Wie können Wölfe von Siedlungen ferngehalten werden? Der Bund will das erforschen. (Bild: Keystone)

Wie können Wölfe von Siedlungen ferngehalten werden? Der Bund will das erforschen. (Bild: Keystone)

Das Wolfsrudel am Calanda hatte im vergangenen Jahr zum drittenmal Nachwuchs. Die älteren Jungtiere wandern nach und nach ab. Wie viele Wölfe derzeit zum Verbund gehören, ist nicht bekannt. Vor drei Wochen hielt sich das Rudel hinter dem Dorf Vättis im Taminatal auf. Wildhüter Rolf Wildhaber zählte auf einem Fotofallen-Bild sechs Tiere. «Es ist aber gut möglich, dass nicht das ganze Rudel auf dem Foto ist.» Mit eigenen Augen hat Wildhaber letztmals im Herbst Wölfe gesehen; zwei Stück waren es. Generell würden die Tiere nur selten gesichtet, sagt Wildhaber. «Sie verhalten sich nicht auffällig.»

Inzwischen hat der Bund eine Offensive in Sachen Wolf gestartet: Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) bereitet im Auftrag von Bundesrätin Doris Leuthard eine Revision der eidgenössischen Jagdverordnung vor. Sie soll den erleichterten Abschuss von Wölfen unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen. «Der politische Druck auf den Bund, wegen der Wölfe aktiv zu werden, ist sehr hoch», sagt David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz (GWS). Das zeige die Tatsache, dass der Bund die Jagdverordnung anpassen wolle, obwohl das Parlament gerade im Begriff sei, das Thema auf Gesetzesstufe zu regeln. (av)

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