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Bund, Kanton und Gemeinde Schlatt informieren über das mögliche Tiefenlager für rund 100'000 Kubikmeter radioaktive Abfälle

In der möglichen Standortgemeinde Schlatt im Kanton Thurgau wurde über das Auswahlverfahren für ein Tiefenlager informiert.
Thomas Güntert
Gesamtprojektleiter Maurus Alig (stehend) erklärte die Technischen Abklärungen. Sitzend von links: Marianna Frei, Gemeindepräsidentin Schlatt; Regierungsrätin Carmen Haag; Martin Eugster, Leiter vom Thurgauer Amt für Umwelt und Monika Stauffer vom Bundesamt für Energie. (Bild: Thomas Güntert)

Gesamtprojektleiter Maurus Alig (stehend) erklärte die Technischen Abklärungen. Sitzend von links: Marianna Frei, Gemeindepräsidentin Schlatt; Regierungsrätin Carmen Haag; Martin Eugster, Leiter vom Thurgauer Amt für Umwelt und Monika Stauffer vom Bundesamt für Energie. (Bild: Thomas Güntert)

«Keine Gemeinde will ein Tiefenlager vor ihrer Tür, auch die Gemeinde Schlatt nicht», sagte Marianna Frei den rund 50 Besuchern der Informationsveranstaltung über das geplante Atomendlager. Die Gemeinde gehört im Perimeter Zürich Nordost zu den 12 Infrastrukturgemeinden und wäre beim Bau eines Tiefenlagers im Untergrund direkt betroffen.

Die Gemeindepräsidentin bemerkte, dass das Projekt bereits so weit fortgeschritten ist, dass sich nicht mehr die Frage stellt, ob man so ein Lager will, sondern wie man mit einem möglichen Atomendlager in der Region umgeht.

Entsorgung im Ausland keine Option

«Die Schweiz muss das Entsorgungsproblem selber lösen», betonte die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag. Zurzeit findet in Trüllikon eine Tiefbohrung statt und in Marthalen wird bereits der nächste Bohrplatz eingerichtet. Die dritte Etappe des Auswahlverfahrens befasst sich auch mit der Oberflächeninfrastruktur.

Monika Stauffer vom Bundesamt für Energie geht von rund 100'000 Kubikmeter radioaktiven Abfällen aus. Im Extremfall wäre im Weinland ein Kombilager mit einer rund 25 Meter hohen Verpackungsanlage möglich. Es soll geprüft werden, ob eine Verpackung der Brennelemente im Zwischenlager Würenlingen oder direkt bei den Atomkraftwerken eine Option wäre. Stauffer sagte:

«Ob es vorgeschlagen wird, steht noch in den Sternen.»

Marianna Frei bemerkte, dass die Gemeinde Schlatt nur über die 130-köpfige Regionalkonferenz Einfluss auf das Auswahlverfahren nehmen kann, in dem der Kanton Thurgau mit 13 Mitgliedern vertreten ist.

Tektonische Störungen in Neuhausen

Maurus Alig erklärte in der Fragerunde, dass in Finnland zurzeit ein Lager für hochradioaktive Abfälle gebaut wird, Schweden auf die Bewilligung wartet und Frankreich bereits den Standort für ein solches Lager ausgewählt hat. Die bekannte tektonische Störung in Neuhausen wurde von einigen Besuchern auch angesprochen. Alig erklärte, dass Erdbeben nicht prognostiziert werden können, aber die Möglichkeit besteht, von solchen Störungen Abstand zu nehmen.

In diesem Jahr sind in der Gemeinde Schlatt noch Messungen mit einem Vibrationsfahrzeug und gegebenenfalls mit Sprengseismik vorgesehen, die genauere Informationen über die Neuhauser Störung östlich von Trüllikon liefern sollen.

Vroni Herrmann fragte nach den Möglichkeiten, die Abwärme der Brennstäbe irgendwann nutzen zu können. Alig betonte, dass dies aus Sicherheitsaspekten keinesfalls eine Option ist. «Reicht das Geld?», fragte Patrick Eicher, Gemeinderat von Basadingen-Schlattingen. Maurus Alig bemerkte, dass die Entsorgung 24 Milliarden Franken kostet und die Finanzierung ähnlich einem Pensionskassensystem funktioniert. «Das funktioniert ja auch gut», entgegnete Eicher leicht ironisch.

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