Bumann im Bunker

Scharfgezeichnet

Tobias Hänni
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Kennen Sie Prepper? Das sind Menschen, die sich auf den Untergang der zivilisierten Welt vorbereiten. Sie bauen sich einen Bunker im Garten, legen sich Notvorräte zu und üben im Wald Survival-Techniken. So sind sie «prepared» – vorbereitet – wenn das Ende naht.

Wer die Prepper Spinner schimpft, ignoriert die Zeichen der Zeit. Dabei haben sich die Vorboten der Apokalypse diese Woche in aller Deutlichkeit bemerkbar gemacht. Im St. Galler Quartier Tschudiwies bringt ein rätselhaftes Brummen aus der Tiefe die Einwohner um den Schlaf. Und in Wil weisen Schallschutzwände plötzlich mysteriöse Risse auf. Die Behörden haben keine Erklärung für die seltsamen Ereignisse. Was nur eines heissen kann: Es sind finstere Mächte am Werk. Und sie gehen ganz perfide vor. Erst die Menschen des Schlafs berauben. Und damit irgendwann des Verstands. Bis sie sich im Delirium gegenseitig über den Haufen schiessen.

St. Galler Kantonsräte haben zwar gespürt, dass sich eine Katastrophe zusammenbraut. Doch ihre politischen Vorstösse zielen völlig an der eigentlichen Gefahr vorbei. Strom-Blackouts? Erdbeben? Zusammenbruch der Telekommunikation? Oh, Unwissende. Als Einziger hat Frank Bumann die Zeichen richtig gedeutet. Seinen Job als Direktor von St. Gallen-Bodensee-Tourismus hat er schleunigst an den Nagel gehängt und sich in einem schallisolierten Bunker in Sicherheit gebracht. Munkelt man.

Tobias Hänni

tobias.haenni@ostschweiz-am-sonntag.ch