Kolumne

«Bukuri na duel kjo ditë»

Unter Ostschweizer Bundesparlamentariern verschiedener Parteien herrscht derzeit eine geradezu verdächtige Harmonie. Gröbere Dissonanzen gibt's dafür in der Welt der Musik.   

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger

Silvan Lüchinger

Die Nationalräte Franziska Ryser, Mike Egger und Andri Silberschmidt gründen in Bern eine überparteiliche Wohngemeinschaft. Das hat psychohygienische Vorteile. Beim gemeinsamen Abwasch sind Abstimmungsniederlagen leichter zu verarbeiten. Dem Vernehmen nach haben die Ständeräte Beni Würth und Paul Rechsteiner dasselbe vor. Bislang haben sie allerdings keinen Vermieter gefunden. Der Grund für die Absage war immer derselbe: Bei zwei Alphatieren verwahrlost der Haushalt.

Die Schweizerische Depeschenagentur hat neu gewählte Parlamentarier– darunter auch solche der Ostschweiz – nach ihren Lesegewohnheiten gefragt. Die literarischen Interessen sind, wie zu erwarten war, einigermassen unterschiedlich. In einem Punkt allerdings decken sich die Angaben. Alle Volksvertreter behaupten, dass sie lesen können.

2010 fand in Wil die letzte Gewerbeausstellung statt; die angestrebte «Regio-Mäss» kam nie zustande. Seit vergangenem Spätsommer aber scheint die Lösung gefunden. Die erste «Wiler Gewerbestrasse» war ein Erfolg und soll deshalb in drei bis fünf Jahren wiederholt werden. Mitgemacht hatten auch SVP und FDP – mit einem gemeinsamen Stand. Die Zusammenarbeit sei ausgezeichnet gewesen, heisst es. Bis zur zweiten Gewerbestrasse müsste die Fusion eigentlich zu schaffen sein.

Zwischen dem Arboner Altersheim Casa Giesserei und der nahegelegenen Musikschule gab es atmosphärische Störungen. Blockflöte, Klavier und Schlagzeug seien zu laut, hiess es aus dem Altersheim. Auf Wunsch der Betroffenen hat sich die Stadt eingeschaltet, jetzt ist wieder Ruhe. Die Musikschüler üben weiter und im Altersheim gibt es keine Hörgeräte mehr.

An der Adventsfeier des Wiler Mattschulhauses werden «Go tell it on the Mountain», «Fröhliche Weihnacht überall» und «S’schönschti Gschänk» nicht mehr gesungen. An ihre Stelle treten die bekannten Lieder «Bukuri na duel kjo ditë», «Joulupuu on rakennettu» und «A wczora z wieczora». Dies als Reverenz an die albanischen, finnischen und polnischen Zuhörer im Saal. «Stille Nacht» und «Oh du fröhliche» bleiben vorläufig im Programm, werden aber pantomimisch vorgetragen. Damit nicht der Eindruck entsteht, eine Adventsfeier habe etwas mit dem christlichen Weihnachtsfest zu tun.

Michael Auer ist neu Präsident des Hochschulrates der Fachhochschule Ost. Eine unmögliche Wahl, finden grosse Teile der St.Galler SP und Grünen. Als Mitglied der Raiffeisen-Geschäftsleitung sei Auer «jahrelang Teil des Systems Vincenz» gewesen. Da muss sich SP-
Regierungskandidatin Laura Bucher wohl auf einiges gefasst machen. Als SP-Mitglied und SP-Kantonsrätin war sie während Jahren Teil des Systems Levrat. Wo das hinführte, haben die Wahlen vom 20. Oktober gezeigt.