Bühne frei – für TG, AR, AI

Die neue Finanzordnung für Konzert und Theater St. Gallen ist die «Einlösung eines langjährigen politischen Versprechens», sagt Regierungsrätin Kathrin Hilber: das Versprechen, die Provisorien zu beenden und klare gesetzliche Verhältnisse zu schaffen.

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Die neue Finanzordnung für Konzert und Theater St. Gallen ist die «Einlösung eines langjährigen politischen Versprechens», sagt Regierungsrätin Kathrin Hilber: das Versprechen, die Provisorien zu beenden und klare gesetzliche Verhältnisse zu schaffen.

Das gelingt in der Tat, zum einen, was die Zuständigkeiten betrifft: Der Kanton hat künftig bei Konzert und Theater das Sagen, die Stadt bei den Museen. Klarer (und fortschrittlicher) sollen zum andern die Arbeitsbedingungen werden. Magere Löhne für musikalische Höchstleistungen im Orchester, ungenügender Versicherungsschutz, kein Teuerungsausgleich über Jahre: Damit drohte das kulturelle Flaggschiff der Ostschweiz längerfristig ins Trudeln zu kommen.

Die neue Finanzordnung ist ein Bekenntnis der St. Galler Regierung: Konzert und Theater gehörten ebenso ins «Portefeuille» des Kantons wie Bildung, Soziales oder Energieversorgung.

Sie ist aber auch ein Druckmittel: Die Gemeinden rund um die Stadt und die Nachbarkantone sollen sich stärker beteiligen. Eigentlich klar – denn von Arbon bis Appenzell ziehen Tonhalle und Theater viel Publikum an und gelten als Standortattraktion.

Trotzdem ist die Prognose leicht zu wagen: Es wird noch ein paar Paukenschläge brauchen, bis sich die Überzeugung auch auf dem Land durchgesetzt hat, dass Kultur nicht nur in Sonntagsreden beschworen werden kann – sondern finanziert werden muss: solid, dauerhaft und ohne Kantönligeist. Peter Surber

p.surber@tagblatt.ch

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