Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Büffeln statt entspannen: Ostschweizer Schüler nutzen Ferienkurse vor allem für Mathe-Nachhilfe

Um sich für das neue Schuljahr fit zu machen, besuchen viele Schüler während der Ferien zusätzlichen Unterricht. Durchschnittlich werden die Kurse zwei Wochen lang täglich in Doppellektionen besucht. Besonders Mathematik- und Deutsch-Nachhilfe ist gefragt.
Natascha Arsic
Viele Schüler nutzen die Ferienzeit, um sich fürs neue Schuljahr fit zu machen. (Bild: Keystone)

Viele Schüler nutzen die Ferienzeit, um sich fürs neue Schuljahr fit zu machen. (Bild: Keystone)

Ausschlafen, den ganzen Tag draussen sorgenlos herumtoben und abends lange aufbleiben: So stellen sich viele Kinder ihre Ferien vor. Die Realität sieht für einige aber ganz anders aus. Zahlreiche Kinder verbringen ihre freien Tage damit, sich auf das neue Schuljahr oder eine Aufnahmeprüfung vorzubereiten.

«In unseren zwölf Nachhilfeschulen in der Ostschweiz werden jedes Jahr ein paar Dutzend Ferienkurse angeboten», sagt Christian Frischknecht vom Nachhilfezentrum Impuls. Vor allem Primar- und Oberstufenschüler würden in der Ostschweiz das Angebot nutzen. Für ältere Klienten seien die regulären Schulferien weniger von Bedeutung. Die Kurse werden laut Frischknecht ganz klar am meisten während der Sommerferien gebucht.

«Das sind die längsten Ferien und viele wollen sich für das neue Schuljahr fit machen.»

Beim St.Galler Nachhilfeinstitut Educa nutzen Schüler der Primar- und Sekundarstufe die Ferienzeit zum Lernen. «Da im September jeweils die Aufnahmeprüfung für die FMS ist, bereiten sich viele im Sommer darauf vor», sagt Mustafa Aylidere, Geschäftsleiter von Educa. In den Sportferien würden die Schüler für die Kantiprüfung büffeln.

«Die Konkurrenz ist grösser geworden»

In beiden Nachhilfezentren werden die Kurse durchschnittlich für zwei Wochen lang täglich in Doppellektionen besucht. Die Dauer könne aber jeweils nach Bedarf angepasst werden. Aylidere sagt:

«Am meisten gefragt ist der Mathematikunterricht.»

«Schüler, die sich auf die FMS vorbereiten, besuchen am zweitmeisten zusätzliche Französischlektionen», sagt Aylidere. Beim Nachhilfezentrum Impuls wird gemäss Frischknecht auch am meisten Mathematikunterricht genutzt. Den zweiten Platz belegt Deutsch, danach folgen andere Sprachen.

Die Nachfrage nach Ferienkursen ist im Vergleich zu früher gestiegen, sagt Aylidere. Allgemein sei zu beobachten, dass Eltern ihre Kinder mehr fördern und sie im Primarschulalter für den Nachhilfeunterricht anmelden. Ältere Schüler würden den Wunsch nach zusätzlichen Lektionen auch selbst äussern, denn:

«Immer mehr wollen die Kanti oder FMS besuchen, die Anzahl freier Plätze ist aber beschränkt. Somit ist die Konkurrenz grösser geworden.»

Aylidere empfiehlt dennoch nicht, während der ganzen Ferienzeit Nachhilfestunden zu nehmen. In der zweitletzten oder letzten Woche vor Schulbeginn seien die meisten wieder zu Hause. Diese Zeit könne dann gut genutzt werden, um sich aufs neue Schuljahr vorzubereiten, vor allem wenn Aufnahmeprüfungen bevorstehen.

Sommerferienkurs auch Entlastung für Eltern

Christian Frischknecht vom Nachhilfezentrum Impuls beobachtet hingegen eine Abnahme der Ferienkurse. Einer der Gründe dafür sei, dass «Impuls» mittlerweile mehr Klienten der Stufe Sek II und III (Berufsschüler, Gymnasiasten, Fachhochschüler) habe. «Diese Schüler beziehen ihre Lektionen häufig auch in den Ferien, ohne Buchung eines separaten Ferienkurses.»

Zusätzlich wolle «Impuls» Kunden für eine nachhaltigere Nachhilfe gewinnen. Laut Frischknecht eignen sich Ferienkurse vor allem zur Repetition eines Themas. «Ist die allgemeine schulische Situation aber problematisch und sind die Defizite erheblich und fächerübergreifend, ist ein Ferienkurs höchstens als Beginn einer längerfristigen Massnahme zu empfehlen.» Dann sei ein schulbegleitender Nachhilfeunterricht nötig.

Bei professioneller Durchführung sind Kurse für die Schüler immer entlastend, sagt Frischknecht. «Wären sie belastend, würde etwas falsch laufen.» Ferien seien dafür da, um auch als solche genutzt zu werden. Andererseits können die langen Sommerferien vor allem für berufstätige Eltern zum Problem werden. «Da kann ein Sommerferienkurs dann schnell auch zu einem Entlastungsfaktor für die Eltern werden und nicht nur für deren Kinder.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.