Buben simulierten Analsex

Das Video, das via Chat an einer St. Galler Primarschule herumgereicht worden ist, zeigt zwei bekleidete Buben beim Simulieren von Analsex. Auf das Phänomen, dass solche Videos mit den digitalen Medien vermehrt auftauchen dürften, müssen sich die Schulen vorbereiten.

Sarah Gerteis/Nina Rudnicki
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Per WhatsApp verbreitete sich das Video unter den Schulkindern des Primarschulhauses Grossacker in St. Gallen. (Bild: Jonny Schai)

Per WhatsApp verbreitete sich das Video unter den Schulkindern des Primarschulhauses Grossacker in St. Gallen. (Bild: Jonny Schai)

ST. GALLEN. In dem Video, das sich unter den Schulkindern des Primarschulhauses Grossacker in St. Gallen verbreitet hat, sind zwei vollständig bekleidete Buben, einer hinten, einer vorn. Gemäss Roman Dobler, Medienbeauftragter der St. Galler Staatsanwaltschaft, bewege der hintere Bub die Hüften und simuliere damit Analverkehr. Dann trete er einen Schritt zurück, und dabei sei für den Bruchteil einer Sekunde der Penis des Buben zu sehen, der über dem Hosenbund hervorluge. Marlis Angehrn, Leiterin des Schulamtes der Stadt St. Gallen, sagt, die Zuständigen seien richtig vorgegangen. Das Schulamt habe eine eigene Broschüre entwickelt, welche die nötigen Sofortmassnahmen bei Missbrauchsfällen auflistet. «Der erste und wichtigste Schritt war die Meldung an die Polizei», sagt sie. Während die Polizei für die nötigen Untersuchungen zuständig sei, obliege es dann der Schule, die Eltern zu informieren. Dies hatte die Schulleitung mit einem Schreiben an die Eltern vergangene Woche getan. Das Phänomen, dass Kinder Geschlechtsverkehr simulieren, ist gemäss Jugendpsychologe Allan Guggenbühl nichts Neues. Neu sei lediglich, wie schnell sich solche Videos oder Fotos über das Internet verbreiten würden. Und dass die Erwachsenen dadurch zunehmend mehr Einblicke in die Parallelwelt ihrer Kinder hätten.

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