Bub an Skilift schwer verletzt

Am Skilift in Schwende hat sich ein Fünfjähriger bei der provisorischen Abbügelstation im Bügel verfangen. Er wurde vom Lift weitergeschleppt, erlitt Kopfverletzungen und musste wiederbelebt werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Drucken
Teilen
Der Fünfjährige verpasste den provisorischen Ausstieg des Skilifts. (Bild: Urs Bucher)

Der Fünfjährige verpasste den provisorischen Ausstieg des Skilifts. (Bild: Urs Bucher)

Schwende. Am Mittwochnachmittag ging um 15.45 Uhr bei der Sanitätsnotrufzentrale die Meldung ein, dass sich am Skilift Horn in Schwende ein schwerer Unfall ereignet habe. Dies teilte die Kantonspolizei Innerrhoden mit. Das Kind besuchte die Skischule und war in der Leistungsklasse 4 bis 5 eingeteilt. Die besten Skischüler fahren in der Leistungsklasse 6.

Provisorische Abbügelstation

Der Skilift Horn war an diesem Mittwochnachmittag wegen der Schneeverhältnisse nur bis ungefähr zur halben Höhe befahrbar. Lediglich fünf Holzstecken im Trassee kennzeichneten das Ende der provisorischen Abbügelstation rund 300 Meter von der Talstation entfernt. Während der Bergfahrt der Skischulgruppe fuhr das Kind allein. Es bügelte sich aus noch unbekannten Gründen an der dafür vorgesehenen Stelle nicht ab und fuhr weiter. Nach ersten Erkenntnissen dürfte der Bub bei der Weiterfahrt gestürzt sein. Jedenfalls verfing sich der Skiliftbügel so unglücklich zwischen Helm und Skibrille, dass der Lift den Buben mehrere Meter mitschleppte. Weil der Vorfall von der Talstation aus beobachtet wurde, konnte der Skilift schliesslich notfallmässig angehalten werden.

Unfall oder Pflichtverletzung?

Unverzüglich nach dem Notruf wurden der diensthabende Notfallarzt, das Rettungsteam und die Rega zur Unfallstelle aufgeboten. Helfer reanimierten das Kind vor Ort, bis sie von den eintreffenden Rettungsorganisationen unterstützt wurden. Anschliessend flog der Rega-Helikopter das Kind in ein Spital. Der Bub hat laut Aussagen des Innerrhoder Staatsanwalts Herbert Broglis «schwerwiegende Verletzungen» erlitten. Genaueres gab er nicht bekannt.

Hubert Gmünder, Präsident des Verwaltungsrates der Luftseilbahn Wasserauen-Ebenalp AG, die den Skilift betreibt, ist tief betroffen: «Ich kenne die Eltern des Kindes persönlich.» Aber auch er weiss nichts Genaues über den Gesundheitszustand des Fünfjährigen. «Wir hoffen, dass der Bub wieder gesund wird», sagt Gmünder. Zur Klärung der genauen Unfallursache haben die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden eine Untersuchung eingeleitet.

«Wir klären ab, was passiert ist», erläutert Staatsanwalt Herbert Brogli. Auch die provisorische Abbügelstation wird unter die Lupe genommen. Es seien verschiedene Unfallursachen denkbar. «Von einem tragischen Unfall ohne Fremdverschulden bis zur allfälligen Pflichtverletzung ist alles möglich», sagt Brogli. (ybu/jhe)

Aktuelle Nachrichten