Brüderpaar ist zu alt für eine Baubewilligung

KREUZLINGEN. Im Kanton Thurgau wollen zwei Brüder ihren Landwirtschaftsbetrieb umstellen. Weg von Milchviehhaltung und Ackerbau, hin zu einem Betrieb mit Mutterkuhhaltung. In einem neuen Stall sollen 50 Mutterkühe und ihre Kälber Platz haben.

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KREUZLINGEN. Im Kanton Thurgau wollen zwei Brüder ihren Landwirtschaftsbetrieb umstellen. Weg von Milchviehhaltung und Ackerbau, hin zu einem Betrieb mit Mutterkuhhaltung. In einem neuen Stall sollen 50 Mutterkühe und ihre Kälber Platz haben. Auf eine Million Franken wird die Investition in den neuen Stall anstelle zwei bestehender Liegenschaften geschätzt.

Gefahr: Stall bald ungenutzt

Doch die beiden Bauern erhalten für ihre Stallpläne keine Bewilligung. Ihr Bauvorhaben ist nicht zonenkonform, weil sie keine gesicherte Nachfolgeregelung für den Betrieb präsentieren können. Denn die Brüder sind nahe am Pensionsalter, rund 60 Jahre alt. Für die Behörden ist die Gefahr zu gross, dass der neue Stall bereits in wenigen Jahren ungenutzt leer steht.

Diesen Entscheid stützt auch das Thurgauer Verwaltungsgericht. «Die Landwirtschaftszone soll von Überbauungen grundsätzlich weitestgehend freigehalten werden; entsprechend sollen nicht unnötig neue Bauten und Anlagen bewilligt werden, die – infolge Betriebsaufgabe – schon nach relativ kurzer Zeit wieder leer stehen», schreibt das Verwaltungsgericht in seinem Urteil und beruft sich dabei auf jenes des Bundesgerichts aus dem Jahr 2006. Ein Neubau in der Landwirtschaftszone ist demnach erst gerechtfertigt, wenn er nachweislich mindestens von einer ganzen Bauern-Generation genutzt wird. Das heisst, während rund 15 bis 25 Jahren.

Zu viel Pachtland

Die beiden Gesuchsteller haben zwar einen Nachfolger für ihren Betrieb genannt, allerdings sei dies mit einer hohen Unsicherheit verbunden, argumentiert das Verwaltungsgericht weiter: «Eine schriftliche und konkrete Bestätigung seitens des möglichen familienexternen Nachfolgers liegt nicht vor.» Nebst der Nachfolgeregelung kamen im vorliegenden Fall auch noch strukturelle Hindernisse hinzu. Der Pachtlandanteil von zwei Dritteln der landwirtschaftlichen Nutzfläche sei überdurchschnittlich hoch. Das Verwaltungsgericht merkt an, dass ein Verpächter die Möglichkeit habe, bei einer Betriebsübergabe einen neuen Pächter abzulehnen. In dieser Hinsicht bestehe ein «nicht zu unterschätzendes Risiko bezüglich der Existenzfähigkeit des Betriebs». (sme.)