Brot schneiden mit Profil

Der Blick auf den Alpstein inspirierte Andy Hostettler: Der Thurgauer entwarf ein Panorama-Messer mit Bergzacken. Die erste Produktionsreihe ist beinahe ausverkauft.

Daniela Ebinger
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Der Messer-Entwerfer: Andy Hostettler mit einem Panorama-Messer. (Bild: Daniela Ebinger)

Der Messer-Entwerfer: Andy Hostettler mit einem Panorama-Messer. (Bild: Daniela Ebinger)

ERMATINGEN. Seine neue Erfindung nennt Andy Hostettler Panorama-Knife. Ein Messer, als hätte man ein Bergpanorama vor sich. Die Bergspitzen sind mit Namen beschriftet. Bereits vor der ersten Produktion von 5500 Messern sind die meisten verkauft. Derzeit helfen ihm Familienmitglieder im Konferenzsaal des Hotels Ermatingerhof, die Messer zu verpacken.

Verkauf über Facebook

«Wir waren auf diesen Ansturm nicht vorbereitet», sagt der Hotelier aus Ermatingen. Er erzählt, wie er in den vergangenen drei Monaten auf der Post zum Teil jeden Tag über 20 Minuten benötigt habe, bis alle Messer-Pakete aufgegeben waren. Die ersten Panorama-Knives hat er im Oktober dem Markt vorgestellt: Über die Facebook-Seite «schwiizerdütsch» liess Hostettler sein Produkt posten. «Das war ein riesiger Erfolg, und wir erhielten innert kurzer Zeit über hundert Bestellungen.»

Für Andy Hostettler war die Idee zuerst nur so etwas wie ein Gag. Etwas für Liebhaber des Alpsteingebirges. Die vielleicht gerne etwas in den Händen halten wollen, womit sie sich verbunden fühlen können – «der Säntis ist auch für mich eine Herzensangelegenheit». Hostettler hat in der Werbe- und Marketingbranche 33 Jahre Erfahrung sammeln können. «Für ein eigenes Produkt habe ich bis jetzt noch nie die gesamte Verantwortung alleine getragen.»

Das rostfreie Messer indes ist nicht nur zum Anschauen geeignet. Auch zum Brot schneiden ist es sehr gut zu gebrauchen – «ebenso gut haut es beim Schneiden von Fleisch.»

Vom Panorama inspiriert

Seine Idee entstand an einem Septembermorgen im Jahr 2011. Er war auf dem Weg von Ermatingen nach Müllheim in Richtung Zürich. Die Konturen der Bergspitzen des Alpsteins inspirierten ihn. «Das Wetter war sehr sichtig und die Berge sahen mit ihren Zacken aus wie messerscharfe Klingen.» Dabei sei in seinem Kopf das Bild seiner «Ostschweizer Idee», wie er sie nennt, entstanden. Hostettler forschte im Netz, ob seine Vision vielleicht gar irgendwo schon umgesetzt worden war. Fündig wurde er nicht. «Einzig Zackenmesser, sogenannte Sagimesser, die gibt es. Aber diese weisen keinen Bezug zu Bergspitzen auf», sagt Hostettler.

Und so entwarf er bald einen Prototypen und suchte nach einem Hersteller, der seine Messer verkaufen wollte. «Die meisten lächelten nur über meine Idee, und die Umsetzung erwies sich als nicht ganz so einfach.» Über sieben Umwege gelangte er zum Messerhersteller Klötzli. «Der Chef lachte zuerst über mein Mustermesser.» Trotzdem liess die Firma aus Bern verschiedene Offerten bei Produzenten erstellen. In Italien wurde ein idealer und zahlbarer Hersteller gefunden.

Auf das Messer gibt der Hersteller fünf Jahre Garantie. Die Zacken kann man bei Bedarf nachschleifen lassen. Seine «Babies» – Hostettler nennt seine Erfindung so – lässt er in zwei Variationen herstellen. Die günstigere für 69 Franken besitzt einen Kunststoffgriff, die edlere mit einem Griff aus indischem Palisanderholz ist zehn Franken teurer.

Weitere Bergketten

Die Zacken gibt es mit dem Alpsteinpanorama (Bodensee) und in der Ausführung «Berner Oberland». In Kürze sollen die Glarner Alpen folgen – mit Blick aus Zürich. «In der Schweiz gibt es noch viele Bergketten, die sich für Messer eignen.» Im Kopf von Andy Hostettler existieren bereits weitere Ideen und zwar in verschiedenen Formen und Grössen.