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BRIEF AN DEN BUNDESRAT: Wo haben Sie das schicke Kleid gekauft, Frau Leuthard?

Heute hält der Bundesrat seine Wochensitzung in St.Gallen ab. Nachher mischen sich die Magistraten zum Apéro unters Volk. Eine gute Gelegenheit, die Bundesräte zu fragen, was man schon immer mal wissen wollte.
Bundesrätin Doris Leuthard trug zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ein auffälliges Kleid. (Bild: SAMUEL GOLAY (KEYSTONE/TI-PRESS))

Bundesrätin Doris Leuthard trug zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ein auffälliges Kleid. (Bild: SAMUEL GOLAY (KEYSTONE/TI-PRESS))

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, geschätzte Damen und Herren Bundesräte

Heute ist ein spezieller Tag. Zum ersten Mal hält die Landesregierung eine Sitzung in der

Ostschweiz ab – inklusive Apéro mit der Bevölkerung. Bei einem Glas Riesling-Sylvaner Doris Leuthard fragen, wo sie das schicke, löchrige Outfit erstanden hat, das sie bei der Neat-Eröffnung getragen hatte. Oder Johann Schneider-Ammann zwischen Schinkengipfeli und Käseküchlein anstupsen, ob er die Rede zum Tag der Kranken selber geschrieben habe. Auch wenn wir uns als sparsames Volk reflexartig fragen, was der Spass die Steuerzahler wohl kostet. Wie Sie seit der Expo-Abstimmung wissen, drehen wir den Fünfer dreimal um, bevor wir ihn ausgeben. Aber seien wir nicht kleinlich. Bei den Millionen aus dem Finanzausgleich schauen wir ja auch nicht so genau hin.

Ihnen, liebe Landesmütter und -väter, mögen wir den Ausflug gönnen. Vorzüge hat die Ostschweiz mehr als genug. Steigen Sie hinauf zu den Drei Weieren und lassen Sie den Blick über Stadt und Bodensee schweifen. Diese Aussicht kann es locker mit dem Blick von der Bundesterrasse hinüber zu den Alpen aufnehmen. Und führen Sie sich die ägyptische Mumie Schepenese in der

Stiftsbibliothek zu Gemüte. Sie sieht besser aus als mancher Kollege nach langwierigen Bundesratssitzungen. Achtung aber: Der Globus ist eine Attrappe. Das Original haben uns die Zürcher geklaut, geschätzter Ueli Maurer.

Was wir von Ihnen erwarten? Gute Laune und angeregte Gespräche. Dass wir in Bern nicht immer bekommen, was wir gerne hätten, das ist nicht allein Ihre Schuld. Manchmal fallen wir Ostschweizer uns lieber gegenseitig in den Rücken. In diesem Sinne: Herzlich willkommen im rauen Osten. Und passen Sie gut auf, mit wem Sie beim Apéro anstossen. Es könnte eine künftige Kollegin oder ein künftiger Kollege im Bundesrat sein.

Die Ostschweizerinnen und Ostschweizer

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