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Erfolgsrezept für den Tourismus: Braucht die Ostschweiz ein Markenzeichen wie Steinbock Gian?

Was braucht es, um touristisch erfolgreich zu sein? Antworten darauf suchten am Mittwochabend Fachleute auf einem Podium der Ostschweizer Industrie- und Handelskammern – und rangen zwischen Vielfalt und Vision.
Regula Weik, Christoph Zweili
Montage: Stefan Bogner

Montage: Stefan Bogner

An Vielfalt fehlt es der Ostschweiz nicht. Bodensee, Stiftsbibliothek St.Gallen, ­Lisengrat, Kartause Ittingen, Klangschmiede. Natur, Kultur, Wellness, Kulinarik. Doch es hapert da und dort. Diskussionen über Hotelprojekte, «Over­tourism» im «Äscher», Bergbahnenstreit im Toggenburg. Und die Ostschweiz hat ein weiteres Handicap: Sie ist kein Markenname, mit dem Einheimische wie Gäste etwas Konkretes verbinden. Die Ostschweiz ist heterogen und nicht ­genau definiert – das beginnt bereits bei der räumlichen Definition: Gehört Schaffhausen dazu? Glarus? Auch Graubünden?

Peter Maag, Direktor der Industrie- und Handelskammer Thurgau, bringt es auf den Punkt: «Die witzigen TV-Spots für Graubünden mit den sprechenden Steinböcken Gian und Giachen sind in der Schweiz Kult. Auch der Ostschweiz täte eine gemeinsame Botschaft gut.» In der Ostschweiz, so Maag auf Anfrage, brauche es besonders viel Aufwand, damit die Akteure am gleichen Strick ziehen. Auf die Frage, ob bei einer gemeinsamen Botschaft nicht die Individualität der einzelnen Regionen leide, antwortet Maag: «Neben gemeinsamen Massnahmen besteht für die einzelnen Orte und Anbieter noch genug Raum, um ihre spezifischen Vorzüge aufzuzeigen.»

Die IHK Thurgau war am Mittwochabend gemeinsam mit jener von St.Gallen-Appenzell Veranstalterin der EcoOst-Arena in Romanshorn. Die Veranstaltung ging der Frage nach möglichen Erfolgsrezepten für den Ostschweizer Tourismus nach.

Eine überregionale Vermarktung?

Einig waren sich Referenten und Referentin, Besucherinnen und Besucher: Der Tourismus in der Ostschweiz hat «Luft nach oben». Und er hat Potenzial; dieses dürfe nicht unterschätzt und sollte besser genutzt werden. Über das Wie gingen die Meinungen auseinander, insbesondere darüber, ob eine touristische Dachmarke «Ostschweiz» dabei helfen könnte.

So wurden Zweifel geäussert, ob es überhaupt eine «genügend grosse verbindende Botschaft» für die gesamte ­Region Ostschweiz gebe. Ein erzwungener, künstlicher Zusammenschluss unter einer Marke könne gar kontraproduktiv sein, so skeptische Stimmen. Die einzelnen Produkte würden dadurch «verwässert», ihre Prägnanz abgeschwächt. Eine überregionale Vermarktung sei unumgänglich, hielten andere Stimmen dagegen. Die Vielfalt sei gerade die Stärke dieser Region; diese sollte noch stärker ausgespielt werden.

«Eine gemeinsame Vision»

Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell, ist überzeugt: «Die Tourismus­region Ostschweiz braucht eine gemeinsame Vision. Diese muss die Leitlinie bei der Stärkung der regionalen Alleinstellungsmerkmale sein.» Es gehe nicht ­darum, ein «Ein-Topf-Gericht» zu entwickeln – «wir müssen vielmehr die Vielfalt unseres Lebensraums als Chance nutzen und in unseren Strategien abbilden».

Ein visionärer Gedanke brachte das Dilemma auf den Punkt: Die Ostschweiz ist ein künstliches Gebilde. Soll sie gemeinsam und erfolgreich auftreten, muss sie erst geschaffen werden – indem die Kantone Appenzell Ausser- und ­Innerrhoden, St. Gallen und Thurgau ­fusionieren. Das nächste EcoOst-Thema ist lanciert.

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