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BRANDSTIFTUNG: Der Feuerteufel, der keiner sein will

Dreizehn Brände soll er verursacht haben und damit ganz Rapperswil-Jona in Angst und Schrecken versetzt haben: Gestern musste sich ein 29-jähriger Mann dafür vor Gericht verantworten.

Er habe aus Frust gehandelt, gab der 29-jährige Kaltbrunner gestern vor dem Kreisgericht ­See-Gaster zu Protokoll. Verantworten musste er sich wegen des Vorwurfs der mehrfachen Brandstiftung sowie der mehrfachen Sachbeschädigung. Ausserdem wurde dem jungen Mann mehrfacher Konsum und Besitz von Kinderpornografie zur Last gelegt. Das Urteil des Gerichts steht noch aus.

Der Mann, der in den Medien als Feuerteufel bekannt wurde, soll für dreizehn Brände in Rapperswil-Jona zwischen September und Dezember 2015 verantwortlich sein. Laut Anklageschrift entstand dabei ein Sachschaden von über 92000 Franken. Nachdem der 29-Jährige in der Untersuchungshaft ein vollumfängliches Geständnis abgelegt hatte, widerrief er dieses im Frühjahr wieder. Auch vor Gericht beteuerte er, lediglich für zwei der ihm vorgeworfenen Taten verantwortlich zu sein. So habe er in der Nacht auf den 21. Oktober 2015 den Unterstand der Tiefgarageneinfahrt zur Stadtverwaltung von Rapperswil-Jona in Brand gesetzt. In der selben Nacht habe er ausserdem einen Sonnenschirm bei einem Restaurant angezündet.

«Frust und Alkohol» als Ursachen

Als Grund für die Taten gab der Beschuldigte an, er habe in einer schwierigen Situation gesteckt. «Ich habe zwei kleine Kinder und das Betreibungsamt hat mir zu jenem Zeitpunkt einen grossen Teil meines Lohnes gepfändet.» Das Geld habe hinten und vorne nicht mehr gereicht. Aus Frustration und unter Alkoholeinfluss sei es dann zu den Brandstiftungen gekommen. «Das hätte nie passieren dürfen. Es tut mir leid», sagte der Beschuldigte. Elf weitere Fälle der versuchten oder vollendeten Brandstiftung wies der Beschuldigte zurück. Im Fall eines brennenden Fahrradunterstandes konnte jedoch die DNA des Mannes an einem Besen sichergestellt werden.

Der Staatsanwalt sowie der vorsitzende Richter hinterfragten in der Folge vor allem das zurückgezogene Geständnis des Beschuldigten. Ihm sei es während der Untersuchungshaft sehr schlecht gegangen, argumentierte dieser. «Ich hätte zu dieser Zeit für alles ein Geständnis abgelegt, um in den vorzeitigen Vollzug wechseln zu können.» Er sei ein Familienmensch und es sei das Schlimmste gewesen, seine Lebenspartnerin und die Kinder nicht sehen zu dürfen. Jetzt, wo er seine Taten gestanden und das falsche Geständnis widerrufen habe, habe er ein reines Gewissen.

Kinderpornografie heruntergeladen

Im Lauf der Gerichtsverhandlung wurde der Mann, der sich seit Juni 2016 im vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet, damit konfrontiert, dass auf seinem Mobiltelefon 134 Bilddateien mit kinderpornografischem Inhalt gefunden wurden. Er sei im Internet zufällig auf ein Pädophilen-Forum gestossen, sagte er. «Ich musste dagegen etwas machen. Ich konnte gar nicht anders.» Daher habe er die Dateien auf sein Handy geladen, um sie später der Polizei als Beweise zu übergeben. «Ich habe die Bilder aber nie konsumiert.» Mit den selben Worten erklärte er ausserdem, weshalb er eine der Dateien über Whats­app weitergeschickt habe. Die Staatsanwaltschaft forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren sowie eine Busse über 1000 Franken. Zudem sei eine stationäre Massnahme anzuordnen, da der Gutachter zum Schluss gekommen war, beim Angeklagten liege eine narzisstisch-dissoziale Persönlichkeitsstörung vor. Die Strafverteidigerin des Beschuldigten sprach sich gegen eine solche Massnahme aus und warf dem Gutachter eine unseriöse Arbeitsweise vor. Ihr Mandant leide keinesfalls unter einer starken Persönlichkeitsstörung, die rechtlich einen solchen Schritt rechtfertige. Der Beschuldigte sei zu 30 Monaten unbedingter Freiheitsstrafe und einer Busse über 500 Franken zu verurteilen. Das Urteil wird den Parteien in den nächsten Tagen schriftlich zugestellt.

Fabienne Sennhauser

ostschweiz@tagblatt.ch

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