BRANDGEFÄHRLICH: Die Gefahr lauert unterm Grill

Immer wieder kommt es beim Grillieren zu Unfällen. Die Kantonspolizei Thurgau warnt vor falschen Gasanschlüssen aus dem Ausland.

Joel Mähne
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Wer grilliert, sollte unbedingt die Hinweise der Bedienungsanleitung beachten. (Bild: Getty)

Wer grilliert, sollte unbedingt die Hinweise der Bedienungsanleitung beachten. (Bild: Getty)

Joel Mähne

joel.maehne@tagblatt.ch

Das Auffahrtswochenende steht vor der Tür und lockt mit bestem Wetter und hohen Temperaturen. Auch der Grill kommt bei vielen nach der Winterpause nun endlich wieder zum Einsatz. Allerdings birgt der unbedachte Einsatz Gefahren. Erst vor einer ­Woche explodierte in Sargans ein Gasgrill und setzte den Dachstock in Brand.

Die meisten Unfälle geschehen laut Dieter Ebneter, Leiter Prävention beim Amt für Feuerschutz des Kantons St. Gallen, wegen mangelnder Sorgfalt. Wer die Hinweise der Bedienungsanleitung seines Grills beachte, könne ohne Sicherheitsbedenken grillieren. Aber schon kleine Nachlässigkeiten können, so der Brandschutzexperte, fatale Folgen haben. Zu den wichtigsten Massnahmen gehörten das sorgfältige Kontrollieren der Gasanschlüsse und der Verbindungsschläuche. Sie können mit der Zeit spröde werden und zu einem Gasaustritt führen.

Ausländische Anschlüsse als Gefahrenherd

Vor einer weiteren Gefahrenquelle warnt nun die Kantonspolizei Thurgau. Laut Polizeisprecher Matthias Graf hat es vermehrt Unfälle wegen nicht passender Anschlüsse zwischen Gasflasche und Druckregler gegeben. Weil Grills vermehrt im Ausland ­gekauft werden, kommt es zu Problemen beim Anschluss an Schweizer Gasflaschen. Denn im Ausland werden teilweise andere Anschlüsse als in der Schweiz verwendet. In der Folge ist die Verbindung zwischen der Gasflasche und dem Druckregler, der am Ende des Verbindungsschlauches sitzt, nicht mehr dicht. Das austretende Gas kann im schlimmsten Fall zu einem Brand führen. Im Zweifelsfall sollten ­sowohl Grill als auch Flasche in der Schweiz erworben werden. Den ausländischen Druckregler selbstständig durch ein Schweizer Exemplar zu ersetzen, sei nicht zu empfehlen, warnt ­Ebneter, zu gross sei die Gefahr einen undichten Anschluss herzustellen.

Holzkohle ist gefährlicher

Allgemein sei aber das Grillieren mit Gas eine sichere Angelegenheit, bestätigen beide Experten. Die Anzahl der Brände, ausgelöst durch Gasgrills, sei sehr niedrig. Mehr Vorfälle gäbe es bei der Verwendung von Holzkohlegrills. Bei ihnen sei die Asche die grösste Gefahr. Laut Graf von der Kantonspolizei Thurgau unterschätzen nämlich die meisten Personen, dass die Asche noch bis zu fünf Tage nach dem Grillieren weiter aktiv sein kann. Asche sollte darum, das bestätigt auch Ebneter, immer in einem feuerfesten Eimer mit Deckel entsorgt werden. Auch das Grillieren auf dem Balkon sei nicht besonders gefährlich. Wichtig sei es, genügend Abstand zu brennbaren Materialen einzuhalten.

Die Hausordnung kann die heimischen Grillfreuden zwar teilweise einschränken, hier lohnt sich aber der Blick in den Mietvertrag. Und als Alternative, ohne technische und rechtliche Hürden, gibt es immer noch das Lagerfeuer.

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