Brand unter der Notfallstation

Wegen eines Mottbrands im Spital Flawil mussten 24 Personen evakuiert werden. 50 Feuerwehrleute des Sicherheitsverbundes Region Gossau standen im Einsatz. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache ist noch unklar.

Vivien Steiger
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Der Mottbrand brach im Westflügel des Spitals Flawil aus. 24 Personen, darunter 17 Patienten, wurden in andere Gebäudeteile evakuiert. (Bilder: Kapo SG/Vivien Steiger)

Der Mottbrand brach im Westflügel des Spitals Flawil aus. 24 Personen, darunter 17 Patienten, wurden in andere Gebäudeteile evakuiert. (Bilder: Kapo SG/Vivien Steiger)

FLAWIL. Feuer im Spital Flawil: Der Brandalarm ging gestern kurz nach 7.30 Uhr in der Zentrale in St. Gallen ein. Die Feuerwehr rückte sofort aus und bekämpfte den Brand. Rund 50 Feuerwehrleute des Sicherheitsverbundes Region Gossau (SVRG) sowie zwei Personen der Berufsfeuerwehr mit grösseren Gerätschaften standen im Einsatz.

Starke Rauchentwicklung

«Der Brand brach im Untergeschoss des Westflügels aus, direkt unter der Notaufnahme», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Es handelte sich um einen Mottbrand. Das heisst, es kam zu einer starken Rauchentwicklung, die sich über den Liftschacht ausbreitete. Die Feuerwehr rückte mit zwölf Fahrzeugen aus – ein grosses Aufgebot, das bei einer Alarmstufe 2 berechtigt ist.

Patienten evakuiert

24 Personen, darunter 17 Patienten und Mitarbeiter der Physiotherapie und der Technik, mussten evakuiert werden. Es wurde aber niemand verletzt. Die Evakuierten konnten in anderen Teilen des Spitals untergebracht werden. «Die Evakuation der Patienten und des Personals hat sehr gut geklappt», sagt Philipp Lutz, Medienbeauftragter des Kantonsspitals St. Gallen. Die Mitarbeiter des Spitals Flawil hätten sofort reagiert und die Patienten informiert, evakuiert und beruhigt.

Nach einem internen Alarm war Philipp Lutz zusammen mit dem Sicherheitsbeauftragten des Kantonsspitals St. Gallen sofort vor Ort. «Während des Einsatzes kam es zu kleineren Beeinträchtigungen des Spitalbetriebes. Beispielsweise ist auf die morgendliche Arztvisite verzichtet worden», sagt Philipp Lutz weiter. Die Notfallaufnahmestation war rund drei Stunden geschlossen. Allfällige Notfälle mussten ins Spital Wil weitergeleitet werden.

Mit Atemschutz im Einsatz

Der übrige Spitalbetrieb verlief während des Löscheinsatzes planmässig. Nach rund zwei Stunden war der betroffene Teil des Spitals rauchfrei. Kurz vor 11 Uhr konnten alle Patienten wieder in ihre ursprünglichen Zimmer zurückgebracht werden.

«Während des Einsatzes konnte wegen des dichten Rauches nur mit Atemschutzgeräten gearbeitet werden», sagt Stefan Kramer, Regionalkommandant des SVRG. Ein Treppenhaus musste enträuchert werden, das zweite wurde für Personen geschlossen, damit sich niemand – absichtlich oder unwissentlich – in die Gefahrenzone begab. Die Feuerwehr des SVRG erhielt Unterstützung der Berufsfeuerwehr St. Gallen, die einen mobilen Grosslüfter mitbrachte. «So ein Gerät ist nicht überall stationiert», so die Erklärung des Regionalkommandanten. Über einen Schacht konnte der grosse Raum unter der Notfallstation enträuchert werden. «Sobald wir den Schachtdeckel geöffnet hatten, kam schwarzer Rauch heraus.»

Brandursache unklar

Der Rauch musste herausgesogen und nicht herausgeblasen werden. Dies, weil der Rauch sonst in andere Gebäudeteile gedrungen wäre. So konnten die Einsatzkräfte eine grössere Evakuation vermeiden. Allerdings seien Vorbereitungen für eine Weiterevakuation zusammen mit dem Personal getroffen worden.

Die Brandursache ist noch nicht klar. Der Kriminaltechnische Dienst der Kapo hat Ermittlungen aufgenommen. Der Schaden an Räumen und Inventar ist hoch, kann aber noch nicht beziffert werden.