Brände löschen ist billiger als Miete zahlen

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Die Altstätter Marktgasse soll per Initiative autofrei werden. Der Stadtrat hält mit einer gemilderten Variante dagegen. Er will die Einkaufsstrasse nur zeitweise sperren. Die Laden­besitzer aber fürchten bei beiden Varianten um ihre Zukunft. Sie würden am liebsten alles so lassen, wie es ist. Im September wird abgestimmt. Setzt sich die Initiative oder der Gegenvorschlag durch, kann das Städtchen in zwei, drei Jahren vielleicht mit einem neuen Werbeslogan auftreten: «Altstätten – mit der ersten gewerbefreien Marktgasse der Schweiz.»

Der Apéro im fürstlichen Rosengarten ist fester Bestandteil des Liechtensteiner Nationalfeiertages. Kritische Beobachter haben festgestellt, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Touristen den Einheimischen die raren Plätze wegnahmen. Das hat jetzt ein Ende. Neu ist der Zutritt über ein Ticketsystem geregelt. Ein Billett beziehen kann nur, wer im Fürstentum wohnt. Das ist auch richtig so. Touristen sind nicht dafür da, dass sie im Schloss oben die Stände mit Gratisgetränken plündern. Sie sollen im Städtle unten Geld ausgeben.

Früher haben die Innerrhoder von morgens bis abends gearbeitet. Heute dürfen sie sich zwischendurch auch ausruhen. Deshalb ist auch bei Wohnhäusern ausserhalb der Bauzone das Einrichten eines Sitzplatzes möglich. Bedingung: Die Iden­tität der Baute oder Anlage inklusive Umgebung muss in den wesentlichen Zügen gewahrt bleiben. Appenzeller sind nach allgemeiner Überzeugung klein. Ein Sitzplatz darf darum maximal fünf mal fünf Meter messen. Was grösser ist, verwirrt nur die Touristen.

Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, wird Imelda Stadler, Gemeindepräsidentin von Lütisburg, im kommenden Jahr den St. Galler Kantonsrat präsidieren. Ob das bereits das Ende der Fahnenstange ist? Nationalrätin, sagt sie im Interview, will sie nicht werden. Ob sie die Kantonsregierung reizt, wurde sie nicht gefragt. Indizien für Gedanken an höhere Weihen gibt es aber. Für das Bild zum Interview hat Imelda Stadler in dunkler Hose und pinkem Blazer posiert. Wesentlich eleganter zwar als das Vorbild – aber die Farbe weist eindeutig in Richtung deutsches Bundeskanzleramt.

In Italien brennen wieder die Wälder. Vielen Italienern in der Schweiz tut das im Herzen weh. Der Wirt des Gossauer «La Piazza» hat nicht nur lamentiert, sondern gehandelt. In dunkler Nacht ist er spontan aufgebrochen, um die überlasteten Vigili del fuoco in seinem Heimatland zu unterstützen. Die Schlüssel zum Lokal hat er vorbildlich im Briefkasten deponiert. Manche Gossauer zweifeln allerdings, dass er bei der Brandbekämpfung viel nützen wird. Wenn ihm der Boden hier schon zu heiss wird, nur weil er ein paar Monate die Miete nicht bezahlte.

Vor dem neuen Uzwiler Rathaus entsteht ein geräumiger Vorplatz. Dieser soll allerdings autofrei bleiben, und eine Tiefgarage gibt es auch nicht. Wer im Rathaus etwas zu er­ledigen hat, muss mit dem Bus oder zu Fuss kommen. Noch lieber ist der Verwaltung das Velo: Es gibt dem Besucher die erwünschte, leicht gebückte Haltung vor.

Sieben Jahre wurden im thurgauischen Wilen die Asylbewerber in unterirdischen Zivilschutzanlagen gehalten. Nach Vorgabe der revidierten Tierschutzgesetzgebung erfolgen Haltung und Aufzucht ab September in Wohncontainern. Normale Wohnungen sind nicht vorgesehen – nach sieben Jahren weiss man ohnehin nicht mehr, was das ist.