BLUTTAT: Fataler Streit unter Italienern ungeklärt

Vor zwei Wochen wurde beim Bahnhof Sargans ein 39-jähriger Wirt getötet. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen. Der mögliche Täter befindet sich in U-Haft.

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Noch in der Tatnacht hatte sich der 28-jährige mutmassliche Täter der Polizei gestellt. Die St. Galler Staatsanwaltschaft beantragte sogleich Untersuchungshaft. Damit kamen die Ermittlungen ins Rollen. Bereits wurde eine Hausdurchsuchung beim dringend Tatverdächtigen durchgeführt. Konkret steht der Verdacht einer vorsätzlichen Tötung im Raum.

Noch offen ist, welche juristische Qualifizierung die Tat erfährt – Totschlag, fahrlässige Tötung oder gar Mord kommen in Frage. «Aktuell sichert die Polizei Spuren und hat diese teilweise bereits ausgewertet», sagt Roman Dobler, Medienbeauftragter der Staatsanwaltschaft St. Gallen. Zudem seien schon mehrere Personen aus dem Umfeld einvernommen und befragt worden. «Jetzt besteht die Aufgabe darin, gewonnene Erkenntnisse zu vergleichen und zu verifizieren, damit der Sachverhalt ermittelt werden kann», erklärt Dobler.

Ermittlungen stehen noch am Anfang

«Das geht jedoch nicht so schnell wie bei CSI im Fernsehen», hält der Jurist nüchtern fest. Allein eine DNA-Probe benötige etwa bis zu zehn Analysetage, ein mögliches psychiatrisches Gutachten bis zu einem Jahr und die Bitte um Amtshilfe zuweilen noch viel länger. «Wir stehen erst am Anfang.» Kein Motiv könne ausgeschlossen werden, weil allfällige Mordmerkmale wie Habgier oder Heimtücke meist erst im Verlauf einer Untersuchung offenbar werden.

Deshalb sei noch völlig offen, in welcher Richtung das besagte Delikt einmal angeklagt und gerichtlich beurteilt werden wird. Dies gilt auch für das Datum einer möglichen Anklageerhebung. Beobachter gehen erfahrungsgemäss von mindestens einem Jahr aus, bis es zur Verhandlung kommt, dann wohl vor dem örtlich zuständigen Kreisgericht in Mels. Zu dem Tötungsdelikt war es am Abend des 29. April beim Vereinsheim Capannina unweit des Sarganser Bahnhofs gekommen. Opfer und mutmasslicher Täter – beide aus Italien stammend – waren zuvor Gäste im Vereinslokal gewesen. Als sie gegen 21.30 Uhr ins Freie traten, kam es anscheinend zu einer tragischen Auseinandersetzung mit fatalen Folgen. Der mutmassliche Täter händigte der Kantonspolizei noch in der Tatnacht eine Schusswaffe aus – das mutmassliche Tatwerkzeug.

Reinhold Meier

ostschweiz@tagblatt.ch