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BILDUNGSPOLITIK: Thurgau fürchtet um Mitspracherecht

Die Organisation der Ostschweizer Fachhochschullandschaft will der Thurgau nicht St. Gallen überlassen. Mehrere Grossräte fordern zudem einen Ableger der Fachhochschule auf eigenem Kantonsgebiet.
Sebastian Keller
Eine St. Galler Delegation verfolgt die Thurgauer Fachhochschul-Debatte (von vorne): Vizestaatssekretär Lukas Schmucki, die Kantonsräte Michael Götte (SVP), Beat Tinner (FDP) und Andreas Widmer (CVP) sowie Kantonsratspräsident Ivan Louis (SVP). (Bild: Donato Caspari)

Eine St. Galler Delegation verfolgt die Thurgauer Fachhochschul-Debatte (von vorne): Vizestaatssekretär Lukas Schmucki, die Kantonsräte Michael Götte (SVP), Beat Tinner (FDP) und Andreas Widmer (CVP) sowie Kantonsratspräsident Ivan Louis (SVP). (Bild: Donato Caspari)

Sebastian Keller

sebastian.keller

@thurgauerzeitung.ch

Ein Recht zur Mitsprache haben sie keines. Mitgeredet haben sie trotzdem. In der Frage der künftigen Struktur der Fachhochschulen (FH) in der Ostschweiz zählt der Grosse Rat nicht zu den Entscheidern. Durch eine Interpellation von Stephan Tobler (SVP) kam das Thema trotzdem ins Parlament. Die Diskussion fand Gehör über die Kantonsgrenze. Eine Delegation des St. Galler Kantonsrates weilte auf den Zuschauerrängen. Im Gegensatz zum Thurgau bestimmt das St. Galler Parlament die FH-Struktur mit.

Im Kern dreht sich die Diskussion darum, ob alle drei Fachhochschulen auf St. Galler Boden fusionieren sollen oder lediglich zwei. Die Haltung der St. Galler Regierung ist klar: Sie favorisiert die Fusion aller drei Standorte. Wie gestern bekannt wurde, ist dies auch die Meinung der vorberatende Kommission der St. Galler Legislative (siehe Box). Die Thurgauer hingegen wollen eine Fusion der FHS in St. Gallen und NTB in Buchs und die Eigenständigkeit der HSR in Rapperswil.

Diskussion über die richtige regionalpolitische Optik

Interpellant Stephan Tobler begründete, wieso die Diskussion wichtig sei: «Die Ostschweiz hat an wirtschaftlicher Attraktivität verloren.» Damit verbunden sei eine Abwanderung von Fachkräften. Seiner Ansicht nach gewichte die Regierung regionalpolitische Überlegungen zu hoch. «Denken Sie überregional», forderte Urs Martin (SVP). «Funktioniert die Ostschweizer Zusammenarbeit nur, wenn man gemeinsam darüber jammern kann, dass man wieder keinen Bundesrat stellen kann?» Auch Joe Brägger (GP) fragte, ob eine organisatorisch vereinte Schule nicht mehr Gewicht hätte.

Die Regierung vernahm aber auch Rückhalt. Roland A. Huber (BDP) befand: «Die Beteiligung des Thurgaus ist in jedem Fall zentral». Cornelia Hasler (FDP) sagte: «Aus unserer Sicht sollen zwei Trägerschaften gebildet werden, dann hätte der Thurgau mehr Mitspracherecht.» Dafür votiere auch die EDU-Fraktion, wie Marlise Bornhauser sagte. Bei einer Grossschule hätte der Thurgau lediglich einen Sitz im 15-köpfigen Hochschulrat; der Kanton St. Gallen acht. «Wir freuen uns, dass der Stellenwert anerkannt wurde», sagte Walter Hugentobler (SP). Die SP unterstütze deshalb die Forderung der Thurgauer Regierung. Reto Ammann(GLP) argumentierte, auch wenn sich St. Gallen vorerst für zwei Schulen entscheide, sei eine spätere Zusammenlegung aller nicht ausgeschlossen.

Regierung soll sich für Ableger im Kanton einsetzen

Mehrfach gefordert wurde ein Standort im Kanton. Reto Ammann sagte, ein neues FHS-Institut würde am «besten auf Thurgauer Boden» entstehen. Clemens Albrecht (SVP) brachte gleich einen Vorschlag ein: das Gebiet Wil West. «Wenn wir die zukünftigen Fachleute hier ausbilden, ist die Chance höher, dass sie auch bleiben», sagte er. Eine Abwanderung nach Zürich könne so eher verhindert werden», meinte Cornelia Hasler. Stephan Tobler forderte von der Regierung, sie möge sich für eine Erweiterung der FHS in den Thurgau einsetzen. Bildungsdirektorin Monika Knill sagte, der «Braindrain» lasse sich nur «bescheiden aufhalten». Bei den Fachhochschulen herrsche «volle Freizügigkeit». Heute studieren die meisten Thurgauer an der ZHAW in Winterthur. Knill betonte, dass es auch dem Thurgau daran gelegen sei, den FH-Standort Ostschweiz zu stärken. Hierbei herrsche Einigkeit mit St. Gallen. Uneinig sei man über den Weg. Deutlich machte sie: «Der Thurgau steht für eine mitträgerfinanzierte Kantonalisierung nicht zur Verfügung.»

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