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Regierung korrigiert IT-Offensive

Wirtschaftsverbände und Parteien haben sich durchgesetzt: Die St. Galler Regierung sieht in der IT-Bildungsoffensive nun auch Geld für die Berufsbildung vor. Dafür streicht sie Beiträge für die Forschung.
Adrian Vögele
Die Lehrlinge gehen nicht leer aus: Die Regierung hat neu auch die Berufsbildung in die geplante IT-Offensive integriert. (Bild: Pius Amrein)

Die Lehrlinge gehen nicht leer aus: Die Regierung hat neu auch die Berufsbildung in die geplante IT-Offensive integriert. (Bild: Pius Amrein)

Der Teufel steckt im Detail: Das musste auch die St. Galler Re­gierung erfahren, als sie im ver­gangenen Jahr den Entwurf für die Informatik-Bildungsoffensive in die Vernehmlassung gab. Das Projekt war grundsätzlich völlig unbestritten – doch die konkreten Inhalte gaben dann doch zu reden. Die Berufsbildung fehle in der Vorlage gänzlich, kritisierten die Industrie- und Handelskammer (IHK) St. Gallen-Appenzell und der St. Galler Gewerbeverband. Auch SVP, FDP und selbst die SP bemängelten, die Stossrichtung der Offensive sei «zu akademisch».

Nun hat die Regierung die Vorlage zuhanden des Kantonsrats verabschiedet – mit deutlichen Korrekturen. «Wir haben die Kritik ernst genommen», sagte Bildungschef Stefan Kölliker gestern vor den Medien. Die ­Offensive umfasst nun fünf statt vier inhaltliche Schwerpunkte (siehe Grafik); als neues Themengebiet ist die Berufsbildung hinzugekommen. Dort ist der Aufbau einer digitalen Plattform vorgesehen, die Schulen, Betriebe und Branchenverbände zusammenführen und ortsübergreifende Ausbildungen ermöglichen soll. Darin spiegelt sich eine Forderung, welche die IHK im vergangenen November lanciert hatte: Die Berufsbildung solle ihre Kompetenzen besser bündeln und nicht nach Schulstandorten getrennt arbeiten.

Es bleibt bei 75 Millionen Franken

Für den Schwerpunkt Berufsbildung sind 13,8 Millionen Franken vorgesehen. Im Gegenzug kürzte die Regierung beispielsweise Mittel, die für Forschung und Beratung auf Fachhochschulstufe eingeplant waren. Die Summe der Investitionen bleibt dieselbe: Der Sonderkredit, den die Regierung für die IT-Offensive beantragt, liegt weiterhin bei 75 Millionen Franken.

Die Bildungsoffensive berücksichtigt sämtliche Schulstufen. Damit habe das Projekt schweizweit Pioniercharakter, heisst es im Communiqué des Kantons. Gerade bei der Berufsbildung hat St. Gallen – falls die Offensive umgesetzt wird – die Nase vorn: Der Bund hat ebenfalls eine entsprechende Reform angekündigt, allerdings sind deren Inhalte noch unklar. Laut Kölliker ist daher eine Zusammenarbeit zwischen Kanton und Bund nicht ausgeschlossen. Ebenfalls denkbar sei eine Beteiligung anderer Kantone an der IT-Offensive, falls das von diesen gewünscht werde. «Wir haben das unseren Nachbarkantonen bereits signalisiert.»

Volksabstimmung im Februar 2019

Finanzchef Benedikt Würth betonte, die Offensive sei ein wichtiges Element in der Strategie des Kantons. «Es geht darum, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Attraktivität des Kantons als Wohn- und Arbeitsstandort zu stärken.» Heute habe St. Gallen rund eine halbe Million Einwohnerinnen und Einwohner, aber nur eine Viertelmillion Arbeitsplätze. Der Anteil Arbeitsplätze soll erhöht werden, auch mit günstigen Rahmenbedingungen für Firmen im Richtplan.

Bei der IT-Offensive ist allerdings das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das Parlament wird die Vorlage im Juni in erster Lesung beraten, die Volksabstimmung soll im Februar 2019 folgen. Stimmt das Volk zu, werden die 75 Millionen über einen Zeitraum von acht Jahren investiert. Im Schwerpunktbereich «Ver­netzung von Bildung und Wirtschaft» hofft der Kanton zudem auf zusätzlich 15 Millionen Franken aus der Privatwirtschaft.

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