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Ostschweizer Klimakollektiv: «Bildungshüter nehmen uns Junge nicht ernst»

Das Klimakollektiv Ostschweiz reagiert enttäuscht und trotzig auf den Entscheid der St.Galler Bildungsbehörden, weitere Klimastreiks nicht mehr zu tolerieren. Die Sorge des Bildungsdirektors und der Rektorenkonferenz um den geordneten Schulbetrieb erscheine angesichts der Klimakrise «zynisch», heisst es in einer Mitteilung.
Das Klimakollektiv ruft zum nächsten Streik auf. (Symbolbild: Tobias Bruggmann)

Das Klimakollektiv ruft zum nächsten Streik auf. (Symbolbild: Tobias Bruggmann)

(mel) Das Klimakollektiv versteht sich als Zusammenschluss der Klimastreik-Bewegung an mehreren Schulen in den Kantonen St.Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden, dies explizit ohne parteipolitische Organisation im Hintergrund. Unter dem Titel «Wir lassen uns nicht mundtot machen!» ruft das Kollektiv zum nächsten, dritten Streik auf: Freitag, 18. Januar, Zeit 14 Uhr, Ort noch offen, Motto klar: «Der Klimawandel ist Tatsache. Wir gehen weiterhin auf die Strasse.»

Absenzen für Sport, Kultur und Politik toleriert

«Die Behauptung, der Bildungsauftrag sei durch den Klimastreik gefährdet, ist lächerlich», meint das Kollektiv. Vielmehr sei die freie Meinungsbildung Teil des Bildungsauftrags. Wie Absenzen für Sport- und Kulturanlässe müssten auch «politische Aktionen zu Gunsten des Klimas toleriert werden». Während Lehrkräfte für den Kantonsrat per Gesetz freigestellt werden, würden Schüler, die sich um die Zukunft des Planeten sorgten, «zu Schulschwänzern gestempelt».

Der Protest richte sich nicht gegen die «absurde Absenzenregelung der obersten Bildungshüter» – und nicht gegen die Schule, heisst es weiter. Am Ende klingt eine milde Note an:

«Das Bemühen des Bildungsdepartements, klimafreundlicher zu sein, ­begrüssen wir sehr.»

Gemeint sind damit wohl auch jene Massnahmen, die Baudirektor Marc Mächler am Freitagmittag an einem Podium an der Kantonsschule Burggraben erklären wird.

Juso und Junge Grüne reagieren auf Kritik der FDP

Den politischen Streit zum ­Klimastreik hat am Montag die St. Galler FDP angeheizt. Vizefraktionspräsident Walter Locher sieht die Aktionen «orchestriert durch eine offenkundig natio­nale politische Kampagne». Drei Mitglieder des Kollektivs gehörten den Juso an und kandidierten im Herbst für den Nationalrat, ein weiteres Mitglied sei bei den Jungen Grünen des Kantons St.Gallen. Der FDP-Kantonsrat will von der Regierung Auskunft über den Datenschutz und den Klimaunterricht an den Schulen.

Die Jungparteien reagierten am Dienstag mit scharfen Stellungnahmen. Statt die «spontane Organisation mehrerer Einzelpersonen mit demselben Anliegen zu einer verschwörungsar­tigen Wahlkampfaktion aufzubauschen», so die Juso, sollte sich die FDP fragen, «warum ihre Politik Jugendliche auf die Strasse treibt». Manolito Steffen, als Co-Präsident der Jungen Grünen angesprochen, betont das «parteipolitisch komplett unabhängige» Engagement und bläst ins gleiche Horn: «Insbesondere die alten Anzugträger der FDP haben das Klimadebakel mitzuverantworten.» Hitzige Debatten sind lanciert – und eine kämpferische Demo am Freitag erst recht.

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