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BILDUNG: St.Galler CVP will Eltern erziehen – und beisst auf Granit

Eltern sollen Kurse in Kindererziehung besuchen und dafür finanzielle Gutschriften erhalten: Diese Forderung der St.Galler CVP machte schweizweit Schlagzeilen. Nun lehnt die Regierung den Vorstoss ab.
Adrian Vögele
Zu viele Eltern im Kanton St.Gallen sind mit der Erziehung überfordert: Dieser Meinung ist die CVP. (Bild: Getty)

Zu viele Eltern im Kanton St.Gallen sind mit der Erziehung überfordert: Dieser Meinung ist die CVP. (Bild: Getty)

Die St.Galler CVP ist überzeugt: Zu viele Eltern sind heute mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert, der Staat muss handeln. Mehrere Vorstösse hat die Partei dazu im Kantonsparlament eingereicht. Bisher mit wenig Erfolg. Die Forderung, die Erziehungspflichten der Eltern seien im Gesetz klarer zu regeln, hat die Regierung bereits abgelehnt. Eine weitere Interpellation von St. Galler CVP-Kantonsräten machte schweizweit Schlagzeilen: Damit Eltern vermehrt Erziehungskurse besuchen, sollen sie dafür mit finanziellen Gutschriften entschädigt werden.

Es gelte, Eltern zu belohnen, die ihre Erziehungskompetenzen vertiefen, heisst es im Vorstoss von Monika Lehmann, Bruno Cozzio und Michael Hugentobler. Die drei Parlamentarier erwähnen das Modell des Kantons Solothurn, der solche Bildungsgutschriften für Tageseltern zur Verfügung stellt – 500 Franken pro Jahr und Familie, finanziert aus dem Lotteriefonds. Mit dem Start dieses Systems sei das Interesse an den Kursen stark gestiegen.

«Ein solches Anreizsystem wäre auch für die Eltern im Kanton St.Gallen denkbar.» So könne man beispielsweise Eltern, die im Jahr fünf Erziehungskurse besuchen, mit einer Bildungsgutschrift von 100 Franken unterstützen. Denn heute würden die Elternbildungskurse im Kanton St. Gallen nur von den wenigsten Eltern wahrgenommen und besucht. Auch diese Forderung hat die Regierung nun abgelehnt: Bildungsgutscheine würden einen falschen Anreiz setzen, weil Kursbesucher primär über das Geld motiviert würden.

2400 Personen besuchen Elternkurse

Die Regierung widerspricht der Behauptung, die Elternbildungskurse im Kanton seien schlecht besucht: Von 84 Veranstaltungsangeboten im Jahr 2016 seien 77 zustande gekommen, 2400 Personen hätten teilgenommen. Der Kanton hat zudem einen Schwerpunkt auf das Thema frühe Förderung gesetzt und dazu eine Strategie ausgearbeitet. Eine der Massnahmen daraus war die personelle Aufstockung der Fachstelle für Elternbildung um 50 Stellenprozente. Das Kantonsparlament strich den Ausbau jedoch wieder – auch rund die Hälfte der CVP-Parlamentarier war gegen die Aufstockung. Die nun geforderten Bildungsgutschriften sind für die Regierung auch aus finanzieller Sicht kein Thema. Für die Erfüllung der Staatsaufgaben stünden ohnehin nur knappe Ressourcen zur Verfügung.

St. Gallen ist nicht der erste Kanton, der über eine verstärkte Elternbildung diskutiert. In verschiedenen Kantonsparlamenten wurden in den vergangenen Jahren ähnliche Vorstösse behandelt und zumeist abgelehnt, so etwa in Bern, Zürich und Schwyz. Selbst Solothurn kennt beim Thema Grenzen: Ein Obligatorium für Elternkurse, angeregt von einem FDP-Parlamentarier, wurde mehrmals zurückgewiesen.

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