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Ostschweizer 500-Jahr-Reformationsjubiläum

2017 ist das 500-Jahr-Reformationsjubiläum. Eine Auswahl der wichtigsten Ereignisse und Personen, welche die Reformation in der Ostschweiz geprägt haben.
Der Ablasshandel war einer der Hauptkritikpunkte der Reformatoren. Kirchenobrigkeiten verlangten oft viel Geld von den Gläubigen, welche sich ihr Seelenheil erkaufen wollten. Absolution sei nicht käuflich, glaubten Luther, Zwingli und Vadian, nur Gott allein könne die Menschen von ihren Sünden freisprechen.

Der Ablasshandel war einer der Hauptkritikpunkte der Reformatoren. Kirchenobrigkeiten verlangten oft viel Geld von den Gläubigen, welche sich ihr Seelenheil erkaufen wollten. Absolution sei nicht käuflich, glaubten Luther, Zwingli und Vadian, nur Gott allein könne die Menschen von ihren Sünden freisprechen.

Das Zurschaustellen kirchlichen Reichtums war den Reformierten ein gotteslästerlicher Gräuel. Im Kloster St. Gallen kam es am 23. Februar 1529 zum Bildersturm. Auf das Zeichen Vadians hin begann das dreistündige Wüten der fanatischen Menge. Hernach wurden auf dem Brühl 46 Fuder hölzerner Trümmer verbrannt.

Das Zurschaustellen kirchlichen Reichtums war den Reformierten ein gotteslästerlicher Gräuel. Im Kloster St. Gallen kam es am 23. Februar 1529 zum Bildersturm. Auf das Zeichen Vadians hin begann das dreistündige Wüten der fanatischen Menge. Hernach wurden auf dem Brühl 46 Fuder hölzerner Trümmer verbrannt.

«Wes der Fürst, des der Glaub’» – so wurde das Deutsche Reich 1555 religiös-territorial aufgeteilt. Im St. Gallischen waren zu dieser Zeit einzig St. Gallen, Sax-Forstegg (Sennwald) und Werdenberg reformiert. Der Rest war katholisch oder paritätisch, d.h. beide Religionen waren zugelassen.

«Wes der Fürst, des der Glaub’» – so wurde das Deutsche Reich 1555 religiös-territorial aufgeteilt. Im St. Gallischen waren zu dieser Zeit einzig St. Gallen, Sax-Forstegg (Sennwald) und Werdenberg reformiert. Der Rest war katholisch oder paritätisch, d.h. beide Religionen waren zugelassen.

Der grosse Humanist Erasmus von Rotterdam, der zuletzt auch in Basel lehrte, schrieb durchschnittlich 1000 Wörter pro Tag. In seinen Briefen mahnte er Luther immer wieder zur Mässigung in dessen radikaler Papst-Kritik. Er forderte eher eine sanfte «innere Reformation» der katholischen Kirche.

Der grosse Humanist Erasmus von Rotterdam, der zuletzt auch in Basel lehrte, schrieb durchschnittlich 1000 Wörter pro Tag. In seinen Briefen mahnte er Luther immer wieder zur Mässigung in dessen radikaler Papst-Kritik. Er forderte eher eine sanfte «innere Reformation» der katholischen Kirche.

Die Ideen der Reformation verbreiteten sich rasch. Besonders ab 1519 streuten reisende Buchhändler, Pilger, Krämer und Fahrende polemische Flugschriften aus, die in kurzer Form Luthers Ansichten unter die Leute brachten. Sie waren nebst Gelehrtendebatten das wichtigste Medium zur Verbreitung der Reformation.

Die Ideen der Reformation verbreiteten sich rasch. Besonders ab 1519 streuten reisende Buchhändler, Pilger, Krämer und Fahrende polemische Flugschriften aus, die in kurzer Form Luthers Ansichten unter die Leute brachten. Sie waren nebst Gelehrtendebatten das wichtigste Medium zur Verbreitung der Reformation.

Der St. Galler Fürstabt Franz Gaisberg verhandelte in den «wilden 1520er-Jahren» mit aufmüpfigen Untertanen. Er trat dabei nur auf wirtschaftliche Forderungen ein, eine theologische Debatte lehnte er kategorisch ab. Seiner Ansicht nach sollte Bibelauslegung Sache der Gelehrten und Lateinbewanderten bleiben.

Der St. Galler Fürstabt Franz Gaisberg verhandelte in den «wilden 1520er-Jahren» mit aufmüpfigen Untertanen. Er trat dabei nur auf wirtschaftliche Forderungen ein, eine theologische Debatte lehnte er kategorisch ab. Seiner Ansicht nach sollte Bibelauslegung Sache der Gelehrten und Lateinbewanderten bleiben.

Dekadenz und Prunk, wie es Söldner und deren Hauptmänner oft zur Schau trugen, passte nicht zum reformierten Ideal von Demut und Bescheidenheit. So lehnten die Reformatoren den «fremden Dienst» per se ab. Gegen Kriegszüge in heidnische Lande – etwa gegen die Osmanen – blieben Einwände freilich rar.

Dekadenz und Prunk, wie es Söldner und deren Hauptmänner oft zur Schau trugen, passte nicht zum reformierten Ideal von Demut und Bescheidenheit. So lehnten die Reformatoren den «fremden Dienst» per se ab. Gegen Kriegszüge in heidnische Lande – etwa gegen die Osmanen – blieben Einwände freilich rar.

Mit 35 Jahren änderte der Urheber der Reformation seinen wenig schicklichen Namen Luder in Luther. Weniger bekannt ist sein musikalisches Talent: Melodien und Texte vieler Bach-Kantaten stammen aus Luthers Feder. Gut zu wissen: Zum Reformationsjubiläum hat Playmobil extra eine Luther-Figur angefertigt. (Bild: (http://gallerix.ru))

Mit 35 Jahren änderte der Urheber der Reformation seinen wenig schicklichen Namen Luder in Luther. Weniger bekannt ist sein musikalisches Talent: Melodien und Texte vieler Bach-Kantaten stammen aus Luthers Feder. Gut zu wissen: Zum Reformationsjubiläum hat Playmobil extra eine Luther-Figur angefertigt. (Bild: (http://gallerix.ru))

Während der 1520er-Jahre hielten Ostschweizer Schwesternkonvente treuer zum alten Glauben als ihre männlichen Gegenparts. Besonders in St. Gallen machten ihnen die reformierten männlichen Autoritäten zu schaffen. Mit Zivilcourage wehrten sie sich jedoch, so dass Vadian einmal sagte: «Ihr seid je länger je härter.»

Während der 1520er-Jahre hielten Ostschweizer Schwesternkonvente treuer zum alten Glauben als ihre männlichen Gegenparts. Besonders in St. Gallen machten ihnen die reformierten männlichen Autoritäten zu schaffen. Mit Zivilcourage wehrten sie sich jedoch, so dass Vadian einmal sagte: «Ihr seid je länger je härter.»

Das Eheverbot lastete auf so manchem Pfarrersgemüt. Viele Dorfgeistliche lebten heimlich im Konkubinat mit den Haushälterinnen. Um 1520 wurden im Bistum Konstanz, wozu St. Gallen zählte, 1500 «Pfaffenkinder» geschätzt, wofür der sündige Priester jeweils fünf Gulden jährlich an die Obrigkeit entrichten musste.

Das Eheverbot lastete auf so manchem Pfarrersgemüt. Viele Dorfgeistliche lebten heimlich im Konkubinat mit den Haushälterinnen. Um 1520 wurden im Bistum Konstanz, wozu St. Gallen zählte, 1500 «Pfaffenkinder» geschätzt, wofür der sündige Priester jeweils fünf Gulden jährlich an die Obrigkeit entrichten musste.

Mit der kirchlichen Reformation verbanden sich auch wirtschaftliche und politische Begehren. Bauernunruhen im Fürstenland, in Sax, Gams und in der Landvogtei Rheintal verliefen aber rasch im Sand. Luther und Zwingli selbst stellten sich gegen Geistliche, die Aufruhr statt frommes Leben predigten.

Mit der kirchlichen Reformation verbanden sich auch wirtschaftliche und politische Begehren. Bauernunruhen im Fürstenland, in Sax, Gams und in der Landvogtei Rheintal verliefen aber rasch im Sand. Luther und Zwingli selbst stellten sich gegen Geistliche, die Aufruhr statt frommes Leben predigten.

Nachdem die Reformierten in den eidgenössischen Kappelerkriegen unterlagen, rekatholisierten Äbte und Mönche in den 1530er-Jahren viele Ostschweizer Gebiete, welche zuvor die Reformation angenommen hatten. Vor allem kleinere Landstädte wie Rapperswil oder Uznach neigten zur Rückkehr zum alten Glauben.

Nachdem die Reformierten in den eidgenössischen Kappelerkriegen unterlagen, rekatholisierten Äbte und Mönche in den 1530er-Jahren viele Ostschweizer Gebiete, welche zuvor die Reformation angenommen hatten. Vor allem kleinere Landstädte wie Rapperswil oder Uznach neigten zur Rückkehr zum alten Glauben.

Der St. Galler Bürger Christoph Schappeler wandte sich ab 1523 mit kämpferischen Predigten an die Stadtbevölkerung. Einerseits prangerte er unfähige Priester an, die die Messe nur des Geldes wegen läsen. Andererseits schlug er sozialkritische Töne an und wies die Obrigkeiten an, «die Reichen nicht wie die Armen zu strafen».

Der St. Galler Bürger Christoph Schappeler wandte sich ab 1523 mit kämpferischen Predigten an die Stadtbevölkerung. Einerseits prangerte er unfähige Priester an, die die Messe nur des Geldes wegen läsen. Andererseits schlug er sozialkritische Töne an und wies die Obrigkeiten an, «die Reichen nicht wie die Armen zu strafen».

Einige Reformierte radikalisierten sich und formierten das Täufertum. In St. Gallen nahm die Bewegung anarchistische Züge an; im Fürstenland heizten sie die Bauernunruhen an. Bald wurde die Bewegung verboten; Täufer wurden auch in reformierten Städten verfolgt und in einigen Fällen ertränkt oder verbrannt.

Einige Reformierte radikalisierten sich und formierten das Täufertum. In St. Gallen nahm die Bewegung anarchistische Züge an; im Fürstenland heizten sie die Bauernunruhen an. Bald wurde die Bewegung verboten; Täufer wurden auch in reformierten Städten verfolgt und in einigen Fällen ertränkt oder verbrannt.

1525 wurde Vadian, der wichtigste Reformator der Ostschweiz, Bürgermeister von St. Gallen – trotz Widerstand der Altgläubigen und der Täufer. Alsbald wurden Kunstwerke aus der Stadtkirche St. Laurenzen verbrannt, zahlreiche Feiertage abgeschafft und das bischöfliche durch ein städtisches Ehegericht ersetzt.

1525 wurde Vadian, der wichtigste Reformator der Ostschweiz, Bürgermeister von St. Gallen – trotz Widerstand der Altgläubigen und der Täufer. Alsbald wurden Kunstwerke aus der Stadtkirche St. Laurenzen verbrannt, zahlreiche Feiertage abgeschafft und das bischöfliche durch ein städtisches Ehegericht ersetzt.

Der Wildhauser Huldrych Zwingli war der erste Reformator Zürichs. Seine Predigten hatten grossen Einfluss auf die politischen Debatten der eidgenössischen Tagsatzung. Seine Abneigung gegen Kriege und die Beutegier der Söldner erwuchs in ihm als Feldprediger bei der Schlacht von Marignano 1515.

Der Wildhauser Huldrych Zwingli war der erste Reformator Zürichs. Seine Predigten hatten grossen Einfluss auf die politischen Debatten der eidgenössischen Tagsatzung. Seine Abneigung gegen Kriege und die Beutegier der Söldner erwuchs in ihm als Feldprediger bei der Schlacht von Marignano 1515.

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