Bezirksgericht Frauenfeld
Störung des Totenfriedens, Körperverletzung, Drogendelikte: Anwalt des Angeklagten im Fall der toten Isabela meldet Berufung an

Der Fall der toten Isabela geht in die zweite Instanz. Der Fall kommt nun in den nächsten Monaten vor das Thurgauer Obergericht. 2018 wurde in einem Wald bei Zezikon die Leiche der 20-Jährigen gefunden - eingerollt in einen Teppich.

Peter Exinger
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10. Mai 2021: Die Verhandlung im Fall der toten Isabela am Bezirksgericht Frauenfeld.

10. Mai 2021: Die Verhandlung im Fall der toten Isabela am Bezirksgericht Frauenfeld.

Bild: Kevin Roth

Die Verhandlung des in erster Instanz vor dem Bezirksgericht Frauenfeld verurteilten J.B. geht in eine zweite Runde. Wie der Anwalt des Verurteilten auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, habe er nach Rücksprache mit seinem Mandanten bereits am Bezirksgericht Berufung angemeldet.

Damit wird der Fall voraussichtlich irgendwann in den nächsten Monaten vor dem Thurgauer Obergericht verhandelt.

Es war ein Drogenmix in ihrem Körper

Der Fall der toten Isabela aus dem Aargau hat national für Schlagzeilen gesorgt: Im Januar 2018 hatte man in einem Wald bei Zezikon die Leiche einer 20-Jährigen in einem Teppich eingerollt gefunden. Isabela war den Untersuchungen der Behörden zufolge drei Monate zuvor in der Wohnung von J. B. in Thundorf kollabiert und gestorben.

Warum genau Isabela nicht mehr am Leben ist, konnten die Rechtsmediziner aber nach so langer Ablagezeit nicht mehr zweifelsfrei klären. In ihrem Körper fanden sich jedenfalls noch Spuren eines Drogenmixes – auch Kokain und Alkohol.

Die Vergewaltigung wiegt schwer

J. B. stand in einem zweittägigen Verfahren vor dem Bezirksgericht Frauenfeld auch wegen Störung des Totenfriedens. Er hatte mit zwei Handlangern die Leiche der Isabela abgelegt. J. B. hat aber noch mehr auf dem Kerbholz. Er musste sich auch wegen Drohung und einfacher Körperverletzung sowie Drogendelikten verantworten. Am schwersten wiegt der Vorwurf der Vergewaltigung einer 19-Jährigen in Chur.

Das Bezirksgericht Frauenfeld hat J. B. Ende Mai insgesamt zu drei Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Der niederländische Staatsbürger sollte anschliessend für zehn Jahre aus der Schweiz gewiesen werden.