Unterkunft
Das Kreuzlinger Hotel Bahnhof Post öffnet für ukrainische Flüchtlinge

Um ausreichend Wohnraum für die Flüchtlinge aus der Ukraine bereitzustellen, mietet die Stadt Kreuzlingen das ehemalige Hotel Bahnhof Post. Anfang Juli ist es bezugsbereit.

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Fleissige Helferinnen bringen das Hotel Bahnhof Post auf Vordermann.

Fleissige Helferinnen bringen das Hotel Bahnhof Post auf Vordermann.

Bild: PD/Stadt Kreuzlingen

Aktuell leben in Kreuzlingen zirka 190 Flüchtlinge aus der Ukraine, grösstenteils sind sie bei Gastfamilien untergebracht. Die Zahl der in Kreuzlingen wohnhaften Flüchtlinge verändert sich ständig. Bis jetzt erfolgte keine Zuteilung seitens des Kantons. Der Bund und der Kanton Thurgau konkretisierten und delegierten ihre Unterstützung und Organisation in Bezug auf die Beherbergung und Betreuung der Flüchtlinge an die Gemeinden, wie es in einer Mitteilung der Stadt Kreuzlingen heisst.

Um die notwendigen Massnahmen und Abläufe für die Unterbringung, Betreuung und Beschulung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine anzugehen, setzte der Stadtrat bereits Anfang März eine Taskforce ein. Gemeinsam mit der Schule Kreuzlingen, der Arbeitsgruppe für Asylsuchende Thurgau (Agathu), der katholischen und evangelischen Kirchen, des Talent Campus Kreuzlingen sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Privatpersonen konnte den Menschen aus der Ukraine umgehend geholfen werden.

Anlaufstelle und Spenden

Iris Lagrange, Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Kreuzlingen, steht Gastfamilien ab dem 19. Juli jeweils dienstags 14.00 bis 16.00 Uhr, im Hotel Bahnhof Post für Fragen zur Verfügung. Sachspenden sind mit Foto an Iris Lagrange, iris.lagrange@kreuzlingen.ch, zu richten. Je nach Bedarf erfolgt eine Abholung oder Weiterleitung an die kantonale Spendenstelle. (red)

Des Weiteren setzte der Stadtrat per 1. April 2022 eine befristete Koordinationsstelle im Departement Soziale Dienste für ukrainische Flüchtlinge ein. Iris Lagrange ist für die Anmeldung, beziehungsweise die Dossier-Eröffnung und -Führung zuständig. Zu ihren Arbeiten zählt auch die Vermittlung von Unterkünften, die meist von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden.

Seit dem 1. Juni wird das Haus betriebsbereit gebracht

Um einerseits die Gastfamilien zu entlasten und anderseits auch künftig ausreichend Wohnraum für die Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, mietete die Stadt Kreuzlingen das ehemalige Hotel Bahnhof Post an der Bahnhofstrasse in Kreuzlingen. Seit dem 1. Juni sind Handwerker dabei, das Haus betriebsbereit zu machen. Dank des grossen Engagements der Fachleute erfüllt das Gebäude die sicherheitstechnischen Anforderungen, sodass eine Betriebsbewilligung ausgestellt werden konnte. Das ehemalige Hotel dient ausschliesslich als Unterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine und wird nicht als Hotel geführt. Die Belegung der Zimmer erfolgt etagenweise, ab Anfang Juli ist das Gebäude bezugsbereit.

Einerseits ist die Stadt in der Pflicht, entsprechenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen, anderseits schafft sie mit der Miete des ehemaligen Hotels eine Entlastung für die Gastfamilien, die seit Monaten zusammen mit den Flüchtlingen oft in engen Raumverhältnissen leben. Darüber hinaus soll auch der Wohnungsmarkt entlastet werden, zumal in Kreuzlingen kaum mehr günstiger Wohnraum vorhanden ist. Diese Situation belastet auch andere Bevölkerungsgruppen, weshalb mit der Miete einer grösseren Liegenschaft der Wohnungsmarkt im niedrigen Preissegment entlastet werden soll.

Markus BrüllmannStadtrat Departement Soziales (SP)

Markus Brüllmann
Stadtrat Departement Soziales (SP)

Bild: PD

Krisenerprobt

«Seit Kriegsausbruch in der Ukraine im Februar haben die Mitarbeitenden der Sozialen Dienste eine massive Arbeitszunahme zu bewältigen», lässt sich der zuständige Stadtrat Markus Brüllmann zitieren. «Zu Beginn der Krise boten wir während Wochen einen 24/7-Notfall-Dienst an, um die Beherbergung und die Betreuung von hilfesuchenden Menschen aus der Ukraine jederzeit sicherzustellen. Ich bin von der Leistungsbereitschaft und der unaufgeregten und professionellen Arbeit speziell des Ressorts Sozialhilfe in dieser Krisensituation sehr beeindruckt. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Departements Soziales für diese ausserordentliche Leistung.»