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Betrug durch CEO-Masche: In Liechtenstein werden Millionen erbeutet, in St.Gallen haben es Täter auf Vereine abgesehen

Unbekannte haben in Vaduz mit einer fiesen Masche 1,9 Millionen Euro erbeutet. Auch in der Ostschweiz versuchen Betrüger, unter Vortäuschung falscher Tatsachen an Geld zu kommen.
Laura Widmer
Betrüger versuchen, Identitäten von realen Personen vorzutäuschen. (Bild: PD)

Betrüger versuchen, Identitäten von realen Personen vorzutäuschen. (Bild: PD)

In Vaduz wurde ein Treuhandbüro durch Täuschung zur Zahlung eines Millionenbetrags verleitet. Die Täter gaben sich als berechtigte Auftraggeber aus und veranlassten die Überweisung von zwei Zahlungen auf ein Konto in Hong Kong. Die Gesamtsumme dieser Aufträge betrug 1,9 Millionen US-Dollar.

Ein zweiter Zahlungsauftrag in Höhe von 3,2 Millionen US-Dollar konnte noch rechtzeitig verhindert werden, wie die Landespolizei des Fürstentums am Donnerstag mitteilte.

So gehen Täter bei der CEO-Masche vor:

1. Täter kontaktieren Finanzverantwortliche eines Unternehmens und geben sich als Mitglied der Geschäftsleitung aus. Es werden echte Namen von existierenden Personen verwendet.
2. Es werden plausible geschäftliche Begründungen für eine Transaktion angeführt.
3. Es wird Zeitdruck vorgetäuscht.
4. Der Kontakt erfolgt per Telefon oder E-Mail, Die Überweisung erfolgt stets auf Bankkonten im Ausland.

Auch in der Ostschweiz ist die Masche bekannt. «Im Thurgau gab es in den vergangenen Jahren ähnliche Betrugsfälle», sagt Mario Christen von der Kantonspolizei. Im vergangenen November gaben sich unbekannte Täter als Geschäftsführer einer Thurgauer Firma aus und forderten eine Angestellte per Mail dazu auf, zwei Zahlungen auf ein Bankkonto im Ausland zu tätigen. Die Buchhalterin leistete der täuschend echten Aufforderung Folge und überwies so insgesamt rund 45‘000 Euro.

Mario Christen, Kantonspolizei Thurgau

Mario Christen, Kantonspolizei Thurgau

Im Mai 2018 gab sich eine unbekannte Täterschaft als Geschäftsführer einer Firma aus und forderte eine Sekretärin einer Firma per Mail auf, einen Betrag auf ein Bankkonto im Ausland zu überweisen. Erst nach der Überweisung von rund 80'000 Euro stellte sich heraus, dass es sich um ein gefälschtes Mail gehandelt hatte.

In einem ähnlichen Fall wurden im November 2017 knapp 60’000 Euro durch eine Firma auf ein ausländisches Bankkonto überwiesen.

Selten grosse Beträge

In Appenzell Innerrhoden gab es in den vergangenen Jahren keine Fälle der Betrugsmasche. «Es herrschen sehr überschaubare Verhältnisse», sagt Kommandant Christian Schmid. «Hier wüsste man, wenn so etwas passiert.»

Auch in Appenzell Ausserrhoden gab es in den vergangenen beiden Jahren nur eine Meldung eines Betrugsfalls mit diesem Muster. Anton Sonderegger sagt: «Wahrscheinlich kommen Versuche häufiger vor. Aber wenn die Kontrollmechanismen in einer Firma funktionieren, dann sind diese nicht von Erfolg gekrönt.»

Vereine geraten ins Visier

Anders im Kanton St.Gallen, wo Betrugsfälle wegen gefälschter Identitäten sehr wohl Thema sind. Diese Masche sei schon seit mehreren Jahren bekannt, seit rund einem halben Jahr in einem grösseren Ausmass, sagt Markus Rutz von der Kantonspolizei St.Gallen. «Es wurden bereits mehrere solche Betrugsfälle gemeldet, bei denen Zahlungen stattgefunden haben.» Solch hohe Deliktsummen wie im Fall vom Liechtenstein sind allerdings die Ausnahme. Rutz sagt:

«Sogenannte CEO-Betrugsfälle können bis in den Millionenbereich gehen, sind aber im Kanton St.Gallen äusserst selten.»

Häufig haben Betrüger ohnehin nicht grosse Firmen, sondern Vereine im Visier. Bei den aktuellsten Fällen geht es beispielsweise um Kassier oder Vereinspräsidenten die aufgefordert werden, Geld für ein Trainingslager an eine ausländische Bank zu überweisen. Bei solchen Fällen verlangen Betrüger viel kleinere Summen. «Der Betrag muss ja ins Konstrukt passen, das die Täter aufbauen», sagt Rutz. «Vereine haben meist ein kleineres Budget. Würden plötzlich 100'000 Franken verlangt, würde man eher stutzig werden.»

Als Präventivmassnahme rät die Kantonspolizei St.Gallen im konkreten Fall, Firmen- oder Vereinshomepages nicht mit persönlichen Daten der Finanzverantwortlichen zu befüllen. Diese Angaben verwenden die Betrüger, um die Tat vorzubereiten und durchzuführen.

So schützt man sich vor CEO-Betrug:

1. Mitarbeiter informieren und für die Gefahren sensibilisieren
2. Zahlungsaufträge mit Vorsicht behandeln
3. Telefonische oder E-Mail-Zahlungsaufforderungen stets durch Rückruf des Auftraggebers überprüfen
4. Bei Verdacht auf Betrug sollte man sich sofort an die Bank wenden. Diese kann eine Zahlung möglicherweise noch stoppen.

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