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BETRÜGER WOLLEN COMPUTERDATEN: Immer mehr Fälle von Cyberkriminalität in der Ostschweiz

In der Ostschweiz nehmen Fälle von Delikten in Verbindung mit Computern und dem Internet zu. Derzeit geben sich Täter gerne als Mitarbeiter von Microsoft aus.
Hannah Göldi
Über Anrufe versuchen Betrüger, die Benutzerdaten für Computerbetriebssysteme zu erlangen. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

Über Anrufe versuchen Betrüger, die Benutzerdaten für Computerbetriebssysteme zu erlangen. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

Hannah Göldi

hannah.goeldi@tagblatt.ch

«Eine Nummer aus den USA hat mich angerufen. Die Frau am Telefon sagte mir auf Englisch, sie arbeite bei Microsoft und dass mein Computer infiziert sei», sagt Monica Schlegel aus Rorschach. Woher die Frau das wisse, fragte Schlegel. Sie sei von ­Microsoft und könne ihr helfen, habe die Anruferin mit indischem Akzent erwidert. Schlegel fragte, ob sie zurückrufen könne. Das ginge nicht. Schlegel kam die Situation verdächtig vor. Die Nummer, unter der sie angerufen wurde, war davor in Deutschland bekannt geworden. Dort waren die Täter einige Male erfolgreich. Monica Schlegel wurde noch weitere fünf Mal von der Nummer angerufen. Dann wurde sie in Ruhe gelassen.

Rund 400 Fälle in St.Gallen und im Thurgau

In St.Gallen und im Thurgau wurden seit Anfang Jahr rund 400 Fälle von Cyberkriminalität gemeldet. Unter allen Arten von Cybercrime, also Delikten, die in Verbindung mit Computern und dem Internet begangen werden, kommen Betrugsfälle am häufigsten vor. Auch in den Kantonen St.Gallen und Thurgau bilden Betrugsfälle die Mehrheit.

In der Ostschweiz häufen sich Fälle von Cyberkriminalität. «Einerseits weil die Anzahl von Computernutzern steigt, andererseits weil Betrüger und Hacker immer mehr Methoden finden», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. «In diesem Jahr wurden uns etwa sechs Fälle von ­Betrügern gemeldet, die sich als Microsoft–Mitarbeiter ausgegeben hatten.» Die Personen versuchten, Zugangsdaten zu den jeweiligen Computern zu erlangen. «Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich sehr viel grösser.»

Auch Monica Schlegel meldete den Fall mit der vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiterin nicht. Anzeige werde normalerweise nur erstattet, wenn es finanzielle Schäden gibt, sagt Florian Schneider. Andernfalls sei es empfehlenswert, Vorfälle auf fedpol.admin.ch zu melden. Der Bund lanciert dort regelmässig Warnmeldungen über Cyberkriminalität.

Betrüger haben auch bei Richard Clavadetscher angerufen. «Es war eine slowakische Nummer, der Mann am Telefon behauptete aber, er sei in London», sagt er. Der Anrufer habe behauptet, Viren auf seinem Computer gefunden zu haben, und wollte Clavadetschers Zugangsdaten. «Ich sagte ihm, dass Microsoft seine Kunden nie anruft.»

Microsoft kontaktiert seine Kunden nicht

Tatsächlich hat das Unternehmen in der Vergangenheit bestätigt, dass es seine Kunden nicht ­kontaktiert. «Nach einer kurzen Diskussion hängte der Anrufer auf», sagt Clavadetscher. Unter der gleichen Nummer habe der Mann auch einen Bekannten von ihm angerufen, obwohl dieser nicht einmal einen Computer ­besitze.

Auch über E-Mails versuchen Betrüger ihr Glück. Beim sogenannten «Phishing» versuchen sie, Leute über Links auf Fake-Webseiten zu locken. Dort sollen die Betroffenen dann persönliche Benutzerdaten eingeben.

Ein Beispiel dafür ist ein Trick der Betrüger über den Online-­Bezahldienst PayPal. Vor einigen Jahren verschickten Betrüger Links an PayPal-Nutzer. Sie sollten die Nutzungsbedingungen erneut bestätigen. Dafür war eine Anmeldung erforderlich, wodurch die Betrüger Kontodaten erhielten.

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