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BETRÜGER: Ausgetrickst beim Säntispark

Ein 75-jähriger Mann ist auf dem Aussenparkplatz des Säntispark auf dreiste Art bestohlen worden. Opfer des Geldwechsel-Tricks werden vor allem Senioren. Die Polizei mahnt zur Vorsicht.
Daniel Walt
Achtung beim Geldwechseln: Nicht jeder, der einen um Münz bittet, meint es ehrlich. (Bild: Urs Jaudas)

Achtung beim Geldwechseln: Nicht jeder, der einen um Münz bittet, meint es ehrlich. (Bild: Urs Jaudas)

"Ich will die Leute warnen, damit ihnen nicht dasselbe passiert wie mir." Das sagt ein 75-jähriger St.Galler, der vor kurzem beim Säntispark Opfer eines Trickdiebstahls geworden ist. Dem Mann war seine Hilfsbereitschaft zum Verhängnis geworden.

Nachdem er sich im Säntispark-Restaurant verpflegt hatte, ging der Mann zurück zu seinem Auto, das er auf dem Aussenparkplatz abgestellt hatte. In der Folge sei ein seriös aussehender Mann auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob er ihm für einen Zweifränkler zwei Einfränkler habe, blickt der Mann zurück. Der Senior gab ihm die beiden Münzen – und wurde sogleich gefragt, ob er ihm im Tausch mit einem Einfränkler nicht noch zwei Fünzigrappen-Stücke geben könne. Als der 75-Jährige im Portemonnaie nachschaute, half ihm der Unbekannte ungefragt bei der Suche nach den Fünfzigrappen-Stücken, bevor sich die Wege der beiden nach dem Wechselgeschäft wieder trennten.

Erst später bemerkt
Den Diebstahl bemerkte der Senior aus St.Gallen erst etwas später in einem anderen Einkaufszentrum. "Ich merkte, dass keine Noten mehr in meinem Portemonnaie waren", blickt der Mann zurück. Er war vom Unbekannten um rund 300 Franken erleichtert worden. Sofort fuhr der Senior zum Säntispark zurück – vom Täter fehlte aber jede Spur. Auch eine alarmierte Polizeipatrouille traf keine verdächtige Person mehr an.

Der Löwenanteil für die Bosse
Die St.Galler Kantonspolizei hat laut ihrem Sprecher Gian Andrea Rezzoli Kenntnis von diesem Vorfall. "Es handelt sich um eine bekannte Art von Trickdiebstahl", sagt Rezzoli. Die Täter lenken ihre Opfer ab, fragen nach dem ersten Wechseln teils noch nach anderem Münz und greifen sogar ins fremde Portemonnaie. Dies unter dem Vorwand, bei der Suche nach dem passenden Kleingeld helfen zu wollen. Vor kurzem hatte ein solcher Vorfall sogar auf nationaler Ebene Schlagzeilen gemacht: Marco Maurer, Hockeyprofi des EHC Biel, stoppte per Bodycheck in einem Zuger Einkaufszentrum einen Dieb, der zuvor eine 87-Jährige um Wechselgeld gebeten und ihr dabei 200 Franken gestohlen hatte.

Die entsprechenden Täter stammen laut Erkenntnissen der St.Galler Kantonspolizei oftmals aus Osteuropa. Organisiert sind sie meist in Netzwerken. Die Hintermänner schicken Personen an die Front, welche die Trickdiebstähle begehen. Am Abend sammeln sie die Leute wieder ein, worauf die Beute aufgeteilt wird. Der Löwenanteil geht an die Bandenchefs. Für die ausführenden Täter bleiben meist nur kleine Beträge übrig – "oder man finanziert ihnen gar nur Unterkunft, Verpflegung und Kleidung", weiss Gian Andrea Rezzoli. Auch Einbrecherbanden organisieren sich teilweise so.

Fremde auf Distanz halten
Laut Daniel Meili, Mediensprecher der Thurgauer Kantonspolizei, kommen Betrügereien beim Geldwechseln auch im Thurgau immer wieder vor. "Bei einer entsprechenden Welle verzeichnen wir mehrere Fälle pro Monat", sagt er. Der Trick werde auf offener Strasse wie auch auf Parkplätzen angewendet – "die entsprechenden Täter sind oftmals sehr gut gekleidet und auffallend freundlich". In die Falle tappen laut Meili zumeist Senioren.

Wie der Ausserrhoder Kantonspolizei-Sprecher Marcel Wehrlin sagt, sind teilweise Fahrende für Tricksereien mit Wechselgeld verantwortlich. Er rät genauso wie sein St.Galler Kollege Gian Andrea Rezzoli zu erhöhter Vorsicht, wenn man um Wechselgeld gefragt wird. "Jeder Mensch hat seine Privatsphäre, man fühlt sich nicht wohl, wenn einem jemand zu nahe kommt", sagt Rezzoli. Deshalb solle man Fremde, die einen um Wechselgeld angehen, auf Distanz halten – wenn nötig auch mit der Aufforderung "Kommen Sie nicht näher, sonst gibt es kein Wechselgeld!". Noch etwas weiter geht Daniel Meili von der Thurgauer Kantonspolizei: "Wer ein ungutes Bauchgefühl hat, soll gar nicht erst auf einen Geldwechsel-Wunsch eingehen. Lieber einmal zu viel Misstrauen als einmal zu wenig."

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