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Betonwasser fliesst in Bach: Hunderte Fische und Krebse verenden in Niederuzwil

Mehrere hundert Fische und Krebse sind in der Uze verendet. Ein herber Verlust für den Fischereiverein Thur: Die Uze
ist ein Aufzuchtgewässer für die ohnehin schon sensible Forelle. Ursache war Betonwasser von einer nahe gelegenen Baustelle.
Hans Suter
Die Feuerwehr Uzwil errichtete eine Sperre und fischte zusammen mit dem Fischerverein Thur den Bach ab. (Bild: Kapo SG)

Die Feuerwehr Uzwil errichtete eine Sperre und fischte zusammen mit dem Fischerverein Thur den Bach ab. (Bild: Kapo SG)

Es geschah am Montag um 17 Uhr. Eine Baufirma war dabei, mittels Rammpfählen mehrere Meter tiefe Löcher zu bohren. Bei diesem Arbeitsvorgang floss gleichzeitig ein Betongemisch in die Löcher. Eine Routinearbeit für die Fachleute der beauftragten Baufirma. Doch dann passierte das Unvorhergesehene: Nach einigen Metern durchschlug ein Rammpfahl das Betonrohr einer Bachzuleitung, wie die Kantonspolizei St. Gallen später mitteilte. Dadurch floss das Betonwasser in die Uze, was aber erst nach einigen Minuten bemerkt wurde. Daraufhin sei die Arbeit sofort eingestellt und die Feuerwehr alarmiert worden.

Durch die Verschlammung des Gewässers verendeten zahlreiche Fische und Krebse. Ein Grossteil konnte gemäss Polizei aber gerettet werden. (Bild: Kapo SG)

Durch die Verschlammung des Gewässers verendeten zahlreiche Fische und Krebse. Ein Grossteil konnte gemäss Polizei aber gerettet werden. (Bild: Kapo SG)

Zu diesem Zeitpunkt rangen in der Uze schon viele Lebewesen mit dem Tod oder waren bereits verendet. Durch die anhaltende Trockenheit führt die Uze ohnehin wenig Wasser, was bei einer Verschmutzung noch schnellere und grössere Auswirkungen hat. Zudem weist das Wasser bei dieser geringen Durchflussmenge eine erhöhte Temperatur und einen wesentlich tieferen Sauerstoffgehalt auf. Für die Fische bedeutet das Stress, ab einer Wassertemperatur von 22 Grad sogar eine tödliche Gefahr. Das eingeflossene Betonwasser brachte unter den gegebenen Umständen den schnellen Tod für die Fische und Krebse. Das Ausmass war gestern noch nicht im Detail bekannt. «Durch die Verschlammung des Gewässers verendeten mehrere hundert Fische und Krebse», sagte Hanspeter Krüsi, Kommunikationschef der Kantonspolizei St. Gallen.

Feuerwehr verhindert
noch Schlimmeres

Um noch Schlimmeres zu verhindern, richtete die Feuerwehr Uzwil sofort eine Sperre ein und bot Fischer des Fischereivereins Thur zur Mithilfe beim Abfischen des Bachs auf. Nach Polizeiangaben habe dadurch ein Grossteil der Fische gerettet und in sicherer Entfernung der Uze wieder zugeführt werden können. Um den Bach vom Schlamm zu befreien, musste er anschliessend durchgespült werden. Ein aufgebotener Mitarbeiter des Umweltschadendienstes vom Amt für Wasser und Energie habe unter anderem den pH-Wert (siehe Kasten) überprüft. Dieser habe zu keiner Zeit den Toleranzwert überschritten.

Aufzuchtgewässer
für Forellen

Markus Brunner, Präsident des Fischereivereins Thur, befürchtet dennoch einen «Totalschaden», wie er sich ausdrückt. «Die Uze ist eines unserer Aufzuchtgewässer.» Die Jungfische bleiben für ein Jahr in der Uze, bis der Bach abgefischt und die Forellen in die Thur ausgesiedelt werden. Die Forelle gilt als ausgesprochen sensible Fischart.

Die toten Fische und Krebse werden in der TMF in Bazenheid verwertet. Der entstandene Sachschaden konnte gestern noch nicht näher beziffert werden.

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