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«Bessere Chancengerechtigkeit braucht mehr Investitionen»

In einer Spielgruppe lerne ein Kind, Beziehungen zu anderen Kindern aufzubauen, sagt Bildungsforscherin Franziska Vogt Problematisch seien die Kosten, die sich ein Teil der Eltern nicht leisten könnten.
Ursula Wegstein

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Franziska Vogt, Leiterin des Zentrums Frühe Bildung an der PHSG. (Bild: Urs Bucher)

Franziska Vogt, Leiterin des Zentrums Frühe Bildung an der PHSG. (Bild: Urs Bucher)

Franziska Vogt leitet das Institut für Lehr- und Lernforschung sowie das Zentrum Frühe Bildung an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG). Das Institut erforscht, wie Lehren und Lernen in Familie, Kita, Spielgruppe, Kindergarten und Schule gelingt.

Welche Rolle spielen Spielgruppen im Vergleich zu Kindertagesstätten?

Franziska Vogt: Spielgruppen und Kita tragen beide zur frühen Förderung bei. Die zeitliche Gestaltung ist unterschiedlich. Die familienergänzende Betreuung in den Kitas ermöglicht die Berufstätigkeit beider Elternteile. Die Spielgruppe, die meistens ein- oder zweimal pro Woche für jeweils zwei bis drei Stunden besucht wird, ergänzt die Betreuung durch die Eltern oder weitere Familienangehörige. Spielgruppen und Kitas ­erfüllen somit unterschiedliche Bedürfnisse der Familien.

Sollte jedes Kind vor dem Kindergarten eine Spielgruppe besuchen?

Die Spielgruppe wie die Kita geben dem Kind wertvolle Lerngelegenheiten, die die Lerngelegenheiten in der Familie ergänzen können. Beispielsweise kann ein Kind in der Spielgruppe und in der Kita mit andern Kindern, besonders auch Gleichaltrigen, spielen. So lernt es, soziale Beziehungen zu Kindern aufzubauen. Es ist wichtig, dass ein qualitativ hochstehendes Angebot allen Kindern offensteht. Es geht mir um Qualität und Zugang, jedoch keinesfalls um einen Zwang oder ein Obligatorium für ein ­bestimmtes Angebot. Entscheidend ist, dass das Kind Fürsorge und Schutz sowie Anregung und Bildung erfährt. Angebote der frühkindlichen Bildung, wie Kita und Spielgruppe, regen das Kind in seiner Entwicklung an.

Werden Spielgruppen noch stiefmütterlich behandelt?

Die Bedeutung der Spielgruppe wird in der öffentlichen Debatte schon wahrgenommen, es stellen sich jedoch Fragen nach den Ressourcen. Für mehr Chancengerechtigkeit braucht es in der Schweiz insgesamt mehr Investitionen in die frühkindliche Bildung. Problematisch sind die Kosten, die sich ein Teil der Eltern nicht leisten können. Oder die Unterschiede im Angebot zwischen Stadt und Land. Ziel müsste sein, dass die Angebote in der frühen Kindheit für alle Familien bezahlbar sind.

Braucht es eine nationale Strategie?

Viele Kantone haben in den letzten Jahren Strategien formuliert und dabei die verschiedenen Beteiligten einbezogen: Hebammen und Mütter-Väter-Beratung, Familienzentren, Kitas und Spielgruppen. Eine nationale Strategie könnte zusätzlich sicherstellen, dass sich die Unterschiede im Angebot der frühen Förderung zwischen den Kantonen und Gemeinden verringern. Wer die Angebote für die frühkindliche Bildung verantwortet, ist damit nicht bestimmt. Eine Vielfalt entspricht dem Bedarf der Familien. Wichtig sind übergreifende Qualitätsstandards und Qualitäts­entwicklung. Und es braucht den niederschwelligen Zugang zu vielfältigen, ­qualitativ guten Angeboten. (uw)

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