BERUFUNGSKLAGE: Freispruch für Securitas-Mann

Ein Olma-Besucher blitzt vor dem Kantonsgericht St. Gallen mit seinem Anliegen ab.

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Der 65-jährige Privatkläger hatte eine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung, Schadenersatz von rund 3400 Franken und eine Genugtuungssumme von 3000 Franken verlangt. Er bezichtigte den Securitas-Mitarbeiter, er habe ihn an der Schulter verletzt.

Der Vorfall ereignete sich an der Olma 2014 um etwa 18 Uhr. Laut Anklageschrift waren Securitas-Mitarbeiter damit beschäftigt, das Messegelände zu schliessen. Um zu verhindern, dass Besucher wieder auf das Gelände gelangen, war die Freitreppe zwischen den Hallen 4 und 3 mit einem Gitter abgesperrt. Der Privatkläger ignorierte die Anweisungen der Securitas und schubste einen der Mitarbeiter zur Seite. Daraufhin wurde er festgehalten, bis die Polizei eintraf.

Der Olmabesucher machte geltend, der Securitas-Mitarbeiter habe ihn regelrecht angefallen und seinen Arm auf dem Rücken heftig hochgedrückt. Das Aufhalten durch die Securitas habe er als reine Schikane empfunden. Es stimme, dass er sich vorbeigedrückt habe, denn er lasse sich sicher nicht von einem Ordnungsdienst sagen, welchen Weg er zum Ausgang gehen müsse.

Besucher begeht Hausfriedensbruch

Die Vorinstanz hatte den Securitas-Mann bereits am 2. Juni 2016 freigesprochen. Sie führte damals aus, der Besucher habe Hausfriedensbruch begangen. Zur Durchsetzung des Hausrechts habe ihn der Sicherheitsmann bis zum Eintreffen der Polizei vorläufig festhalten dürfen.

Zur Frage der Verhältnismässigkeit der Gewaltanwendung sei zu sagen, dass der Besucher verbal und physisch Widerstand gegen die Anordnung der Securitas-Männer leistete.

Das Kantonsgericht schützte jetzt diesen Entscheid und wies die Berufungsklage vollumfänglich ab. Die Kosten des Berufungsverfahrens betragen 2400 Franken. Je die Hälfte haben der Privatkläger und der Staat zu zahlen. Auch muss er einen Teil der privaten Verteidigung des Beschuldigten berappen. (cis)