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BERUFUNG: St.Galler Staatsanwaltschaft fordert härtere Strafe für Sexualstraftäter

Ein 30-jähriger Mann hat 2016 wegen Vergewaltigung und anderer Sexualdelikte eine bedingte Freiheitsstrafe erhalten. Er hatte im Internet Kontakt zu Minderjährigen gesucht. Die Anklage forderte am Montag vor Kantonsgericht eine deutlich härtere Bestrafung.
Claudia Schmid

Das Kreisgericht See-Gaster verurteilte den in der Schweiz aufgewachsenen türkischen Staatsangehörigen im September 2016 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren, einer Geldstrafe und einer Busse. Es hatte ihn wegen verschiedener Sexualdelikte, darunter Vergewaltigung einer jungen Frau und sexuelle Handlungen mit Mädchen im Schutzalter, schuldig gesprochen.

Härtere Strafe gefordert

Dieses Urteil akzeptierte die Staatsanwaltschaft nicht und legte Berufung ein. Sie forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe von mindestens 3,5 Jahren. Der Beschuldigte verlangte im Gegenzug, ihn vom Vorwurf der Vergewaltigung und eines weiteren Deliktes freizusprechen. Die Strafe sei auf 15 Monate bedingt zu senken.

Er könne nicht mehr sagen, was er sich dabei gedacht habe, sich mit Minderjährigen zu treffen, erklärte der Mann vor Gericht. Er habe sich wohl einfach vergessen, antwortete er auf die Frage, weshalb er eine der Minderjährigen trotz ihres Neins zum Sex vergewaltigt hatte. Er habe dann aber gemerkt, dass er einen Fehler mache und aufgehört. Als ihn die Staatsanwaltschaft auf den von der Anklage geforderten Gefängnisaufenthalt ansprach, fing er zu weinen an.

Opfer wehrte sich und schrie

Das Kantonsgericht befragte auch das Vergewaltigungsopfer. Sie habe den Mann über ihre Cousine im Internet kennengelernt und bis zum Treffen im 2013 rund ein Jahr lang mit ihm gechattet. So habe sich eine Art freundschaftliches Verhältnis entwickelt, erzählte die junge Frau, die zum Tatzeitpunkt erst knapp 16 Jahre alt war. Der Mann hatte sich ihr gegenüber jünger ausgegeben, als er tatsächlich war. Als er gegen ihren Willen Sex haben wollte, habe sie Angst gehabt, sich gewehrt und geschrien.

Der Staatsanwalt bezeichnete das Vorgehen des Beschuldigten als systematisch und mit beachtlicher krimineller Energie ausgeführt. Gezielt habe er im Internet minderjährige Mädchen angegangen. Beim Vergewaltigungsopfer habe er das Vertrauen und die kindliche Naivität für seine sexuellen Bedürfnisse ausgenutzt. Er habe versucht die Minderjährige mittels Alkohol zu enthemmen. Der Beschuldigte habe mit rund zehn weiteren minderjährigen Mädchen sexuelle Kontakte unterhalten. Das eine Mädchen sei erst 13 Jahre alt gewesen. Das Strafmass, das die Vorinstanz ausgefällt habe, werde den Taten nicht gerecht. Was der Beschuldigte getan habe, sei verwerflich.

Zweifel an Vergewaltigung

Der Verteidiger zweifelte an, dass aus strafrechtlicher Sicht der Tatbestand einer Vergewaltigung vorliege. Seiner Meinung nach könne es sich auch um sexuelle Nötigung gehandelt haben. Es sei nicht zweifelsfrei geklärt, was beim Treffen der beiden genau passiert sei. Sein Mandant sei durch das erstinstanzliche Urteil bereits genügend hart bestraft worden. Er müsse Verfahrenskosten und Genugtuungssummen von insgesamt 70‘000 Franken zahlen. Als Ausländer drohe ihm zudem die Landesverweisung durch das Migrationsamt. Das Urteil des Kantonsgerichts St.Gallen steht noch aus.

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