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BERUFUNG: Gericht schickt Vergewaltiger ins Gefängnis

Das Kantonsgericht St.Gallen hat den Vergewaltiger einer Minderjährigen härter bestraft als die Vorinstanz. Es hat gegen den 30-jährigen Mann eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren ausgesprochen. Der Mann hat noch weitere Sexualdelikte an Minderjährigen begangen.
Claudia Schmid
Der Beschuldigte verabredete sich übers Internet mit Minderjährigen. (Bild: Cappi Thompson (Moment Open))

Der Beschuldigte verabredete sich übers Internet mit Minderjährigen. (Bild: Cappi Thompson (Moment Open))

Wie das Kreisgericht See-Gaster hat auch das Kantonsgericht St.Gallen den Beschuldigten in einzelnen Anklagepunkten freigesprochen. In der Mehrheit schützte es aber die Schuldsprüche. So wurde der türkische Staatsangehörige unter anderem wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, sexueller Handlungen mit einem Kind, Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, Pornographie, Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des Ausweises und Übertretung der Verkehrsregelverordnung für schuldig erklärt. Viele der Straftaten beging er mehrfach.

Drei Jahre teilbedingt

Während die Vorinstanz eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren ausgesprochen hatte, verschärfte das Kantonsgericht die Strafe deutlich. Im am Dienstag veröffentlichten Urteil verhängte es eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Davon sind neun Monate vollziehbar, bei 27 Monaten wird der Vollzug mit einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben. Der Beschuldigte wird zudem zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 120 Franken und zu einer Busse von 600 Franken verurteilt.

Eine im Oktober 2013 mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 80 Franken muss der Mann nun bezahlen. Dem Vergewaltigungsopfer hat er 15'000 Franken und einem weiteren Opfer 3000 Franken als Genugtuung zu zahlen. Die Kosten der Untersuchung und der beiden Gerichtsverhandlungen, welche zu Lasten des Beschuldigten gehen, betragen rund 36'000 Franken.

Gezielt minderjährige Mädchen gesucht

An der Berufungsverhandlung vom Montag hatte der Staatsanwalt das Vorgehen des Beschuldigten als systematisch bezeichnet. Die Taten seien mit beachtlicher krimineller Energie ausgeführt worden. Gezielt habe er im Internet minderjährige Mädchen angegangen. Beim Vergewaltigungsopfer habe er das Vertrauen und die kindliche Naivität für seine sexuellen Bedürfnisse ausgenutzt. Er habe versucht die Minderjährige mittels Alkohol zu enthemmen. Der Beschuldigte habe mit rund zehn weiteren minderjährigen Mädchen sexuelle Kontakte unterhalten.

Das jüngste Opfer war 13 Jahre alt, als sich der damals 26-Jährige an ihm verging. Einzelne Sex-Treffen filmte der Beschuldigte und schickte die Videos an andere Chat-Bekannte oder er drängte die Mädchen, ihm Nackt-Selfies zu schicken.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig.

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