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BERUFSWÜNSCHE: Die Ständeratspräsidentin, die eigentlich Tierärztin werden wollte

Die Berufsberatung des Kantons St.Gallen feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Nicht immer werden aus Berufswünschen auch tatsächliche Jobs. St.Galler Persönlichkeiten wie Karin Keller-Sutter oder Bischof Markus Büchel erzählen von ihrem "wahren" Berufswunsch.
Katharina Brenner
Rebecca C. Schnyder. (Bild: Hanspeter Schiess)

Rebecca C. Schnyder. (Bild: Hanspeter Schiess)

Karin Keller-Sutter (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))

Karin Keller-Sutter (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))


Karin Keller-Sutter, Ständeratspräsidentin
Als Kind wollte ich Tierärztin werden. Da ich mit sechs Jahren eingeschult wurde, was unüblich war, war ich jünger als meine Klassenkameraden. Ich wusste in der Sek noch nicht so recht, was ich machen wollte. Deshalb habe ich eine Berufsberatung besucht. Es wurde mir die Mittelschule empfohlen. Ich habe dann Sprachen studiert, was meinen Neigungen entsprach. Wichtig scheint mir eine gute Grundausbildung, danach kommt vieles anders. Bei mir ja auch.


Jürg Niggli (Bild: Urs Bucher)

Jürg Niggli (Bild: Urs Bucher)


Jürg Niggli, Geschäftsleiter Stiftung Suchthilfe
Ich wollte Fotograf oder Konditor-Confiseur werden. Eine Berufsberatung habe ich nie besucht, da sie damals wenig bekannt war. Nach einer Banklehre führte mich mein beruflicher Weg zur Sozialen Arbeit. Beides hat mich interessiert, weil man eng mit Menschen zu tun hat. Dass ich den heutigen Beruf ausübe, hat mit Neugierde, Leidenschaft, Leistungsbereitschaft und Weiterbildungen, aber auch mit Glück und Zufall zu tun. Meine Arbeit erfüllt mich.


Rebecca C. Schnyder. (Bild: Hanspeter Schiess)

Rebecca C. Schnyder. (Bild: Hanspeter Schiess)


Rebbecca C. Schnyder, Schriftstellerin und Theaterautorin
Ich habe als Kind viel geschrieben, Schriftstellerin zu werden jedoch kam mir nie in den Sinn, Germanistik sollte es sein. Im Nachhinein wünschte ich mir, jemand hätte mich ermutigt, das Schreiben weiterzuverfolgen, mir vom Studiengang «Literarisches Schreiben» in Biel erzählt. Ob ein Berufsberater dies getan hätte? Vielleicht, ich habe nie einen besucht. Das Schreiben hat sich durchgesetzt, seit 2009 bin ich freischaffende Autorin. Weil es so sein musste.


Edgar Oehler (Bild: Urs Jaudas)

Edgar Oehler (Bild: Urs Jaudas)


Edgar Oehler, Unternehmer und ehemaliger Nationalrat
Zu meiner Zeit schlugen die Knaben denselben Weg wie ihre Väter ein. Bei mir war vorgesehen, dass ich eine Malerlehre mache, um das Geschäft meines Vaters zu übernehmen. Mein Sekundarlehrer überzeugte jedoch meine Eltern, dass ich ans Gymnasium sollte. Nach der Matura war für mich klar, dass ich an der Hochschule St.Gallen studiere. Gleichzeitig ging ich arbeiten. Ich gründete ein Gipsergeschäft und entlastete meine Familie ab dem dritten Semester finanziell.


Bernadette Lisibach. (Bild: Michel Canonica)

Bernadette Lisibach. (Bild: Michel Canonica)


Bernadette Lisibach, Spitzenköchin, «Neue Blumenau» in Lömmenschwil
Für mich stand schon sehr früh fest, dass ich Köchin oder Floristin werden möchte. Den Ausschlag für Köchin gab der Umstand, dass die Aussichten nach der Lehre für eine Anstellung im Gastro-Bereich besser standen. Eine Berufsberatung habe ich nie besucht. In meiner Laufbahn hatte ich häufig Glück und habe die richtigen Leute getroffen, die mich weiter gebracht haben. Das kreative Arbeiten, kombiniert mit handwerklichem Geschick, füllt mich aus.


Markus Büchel (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Markus Büchel (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))


Markus Büchel, Bischof
Ich war nie in einer Berufsberatung, denn schon als Ministrant in meiner Heimatpfarrei Rüthi war es mein Wunsch Pfarrer zu werden. Meine «Berufsberatung» war der gelebte Glauben in der Familie, später die Patres als Lehrer in den Gymnasien Marienburg und Einsiedeln. Ich wurde auf meinem Weg von vielen Menschen unterstützt. Im Vordergrund stand bei mir immer, als Seelsorger mit den Menschen auf dem Weg zu sein.


Susanne Hartmann (Bild: Urs Bucher)

Susanne Hartmann (Bild: Urs Bucher)


Susanne Hartmann, Stadtpräsidentin Wil
Ich wollte seit der zweiten Klasse Primarlehrerin werden. Meine Eltern haben mich dennoch in die Berufsberatung geschickt. Sie wollten sicher sein, dass das der richtige Beruf für mich ist. Ich kann mich jetzt noch an die sehr nette Berufsberaterin Rose-Marie Christen erinnern. Dass ich Lehrerin wurde, war wohl auch familiär bedingt – mein Vater war Fachlehrer an der Gewerbeschule Wil. Und ich wollte mit Kindern arbeiten.


Sebastian Wörwag (Bild: Ralph Ribi)

Sebastian Wörwag (Bild: Ralph Ribi)


Sebastian Wörwag, Rektor der Fachhochschule St.Gallen
Architektur oder Goldschmied waren lange Zeit die Favoriten auf meiner Berufswahlliste. Ich wollte immer etwas gestalten, im Kleinen wie im Grossen. Eine Berufsberatung war dazumal nicht nötig, da ich viele interessante Gesprächspartner im Umfeld hatte. Das Interesse an Menschen und das Ziel, mit diesen gemeinsam etwas zu gestalten und zu entwickeln, haben mich schliesslich bewogen, im Bildungsbereich tätig zu werden. Das ist bis heute eine gute Wahl.


Karin Kuster (Bild: pd)

Karin Kuster (Bild: pd)


Karin Kuster, Berufs- und Laufbahnberaterin Kanton St.Gallen
Mein Berufswunsch als Kind war Flight Attendant. Wegen der Uniform habe ich dieses Ziel nicht verfolgt und wurde Kauffrau. Kontakt zur Berufs- und Laufbahnberatung hatte ich durch ein Laufbahnseminar als Erwachsene. Die Arbeit der Laufbahnberaterinnen faszinierte und inspirierte mich, selber diesen Weg zu gehen. Mir gefällt die Vielfalt des Berufes, da ich Menschen mit verschiedenen Biographien begleiten darf.


Tovia Ben-Chorin (Bild: Michel Canonica)

Tovia Ben-Chorin (Bild: Michel Canonica)


Tovia Ben-Chorin, Rabbiner
Als Kind in Jerusalem hatte ich keine besonderen Berufswünsche, bewegte mich aber gern in einer Gruppe. Ich bin in der Atmosphäre des Dialogs gross geworden. In einer Berufsberatung wurde mir nur gesagt, ich sei sehr begabt für Sprachen. Seit meiner Kindheit war ich involviert in Gottesdienste durch meinen Vater. Mit 17 lernte ich dann das liberale Judentum in England kennen. Dies und meine israelischen Militär-Erfahrungen führten mich zum Rabbinat.


Christina Manser, Leiterin Amt für Soziales Kanton St.Gallen (Bild: pd)

Christina Manser, Leiterin Amt für Soziales Kanton St.Gallen (Bild: pd)


Christina Manser, Leiterin Amt für Soziales Kanton St.Gallen
Mein Wunsch als Kind war, Lehrerin zu werden. Ich war der Überzeugung, dass Schule besser sein müsse, als das, was ich erlebte. Eine Berufsberatung habe ich besucht. Ich fand in der sechsten Klasse im Telefonbuch eine Adresse in der Stadt St. Gallen. Es wurde mir prompt geraten, Lehrerin zu werden, was ich auch geworden bin. Meine spätere Laufbahn hat sich ergeben aus vielseitigen Interessen, der Neigung, mich vertieft mit mir Fernem zu befassen, Wechselfällen des Lebens.


Rolf Dubs (Bild: Ralph Ribi)

Rolf Dubs (Bild: Ralph Ribi)


Rolf Dubs, ehemaliger Rektor der Universität St.Gallen
Im höheren Primarschulalter war ich sicher, dass ich Stationsbeamter SBB werden wollte. Wir hatten einen Primarlehrer, der uns mit Eisenbahnfragen begeisterte. In der Sekundarschule bot uns die Stelle für Berufsberatung Informationsnachmittage an, die ich aus Interesse, aber nicht zur Entscheidungsfindung besucht habe. Sie hatten keinen Einfluss auf meine Berufswahl, zumal mich meine Eltern darin unterstützten. Die Freude an der Eisenbahn leitete mich.


Katrin Meier (Bild: pd)

Katrin Meier (Bild: pd)


Katrin Meier, Leiterin Amt für Kultur Kanton St.Gallen
Der erste Berufswunsch, der mir präsent ist, war Physiotherapeutin. Später interessierten mich gesellschaftliche Fragen, ich stieg in den Journalismus ein. Die Berufsberatung bestätigte meinen Berufswunsch. Nach rund zehn Jahren im Journalismus wollte ich in einer gestaltenderen Rolle gesellschaftliche Entwicklungen mittragen. Ich machte deshalb eine Zweitausbildung und war dann in der Beratung tätig.

Roland Hausmann (Bild: pd)

Roland Hausmann (Bild: pd)


Roland Hausmann, Chefarzt Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St.Gallen
Mein Interesse für die Biologie des Menschen ist in der Schulzeit entstanden. Für mich war auch ohne Berufsberatung klar: ich möchte Medizin studieren. Dass ich Rechtsmediziner geworden bin, hat viel mit Zufall zu tun. Mein Weg hat mich bei der Suche nach einer Doktorarbeit ins Institut für Rechtsmedizin geführt. Dort habe ich das spannendste Fach kennen gelernt, das ich nach über 25 Jahren noch immer mit Begeisterung ausübe.

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