BERUFSSCHULE: «Am GBS ist eine Mediation nötig»

Der Konflikt zwischen Rektor und Lehrerschaft müsse beigelegt werden, fordert die Staatswirtschaftliche Kommission des Kantonsparlaments.

Regula Weik
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Der Rektor des Gewerblichen ­Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen (GBS) sah sich diesen Frühling mit happigen Vorwürfen konfrontiert. In einem anonymen Schreiben war sein Führungsstil kritisiert worden. Die Rede war von rüdem Umgangston, «System der Einschüchterungen» und «Angstklima». Das umstrittene Thema hat längst auch die Politik erreicht.

Gestern hat sich die Staatswirtschaftliche Kommission des Kantonsparlaments damit auseinandergesetzt – und sie ist zum Schluss gelangt: «Zwischen Rektor und Lehrerschaft ist eine Mediation nötig.» Das allerdings könne nicht Aufgabe der Kommission sein, sagt deren Präsident Felix Bischofberger auf ­Anfrage. Es sei vielmehr Aufgabe des kantonalen Amtes für Berufsbildung und der Berufsfachschulkommission des GBS «eine Lösung für den derzeitigen Konflikt» zu finden.

Beide Gremien hatten im Frühling, als die Anschuldigungen gegen den GBS-Rektor publik gemacht wurden, auf Anfrage dieser Zeitung dazu nicht Stellung nehmen wollen. Später dann wies die Berufsfachschulkommission die Kritik zurück. Sie habe Fragen rund um die Vorwürfe diskutiert und geklärt. Die Kommission stünde «geschlossen und uneingeschränkt» hinter dem Rektor und seinem Führungsteam.

Auskunft bis Ende Jahr gefordert

«Wir wollen den Fall weder unter den Tisch kehren noch Öl ins Feuer giessen», sagt Bischofberger. Die Kommission sei aber schlicht nicht für die Besetzung einer Rektorenstelle zuständig; noch sei es ihre Aufgabe zu beurteilen, ob die Stelle richtig oder falsch besetzt sei. So erhält denn auch die Berufsfachschulkommission – sie wählt den Rektor und sie ist das Aufsichtsorgan der Schulleitung – demnächst Post von der Staatswirtschaftlichen Kommission. «Wir werden sie auffordern, uns bis Ende Jahr Auskunft zu erteilen, was sie konkret zur Lösung des Konflikts unternommen hat», sagt Bischofberger und fügt an: «Wir nehmen die Sache ernst.»

Die Staatswirtschaftliche Kommission verzichtet aber darauf, die Berufsfachschulen als Schwerpunktthema ihrer Prüfungstätigkeit zu definieren. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Führungsstrukturen der Schulen und damit auch die Situation der Berufsfachschulkommissionen diesen Herbst im Kantonsparlament diskutiert werden. «Die Ergebnisse dieser Beratungen wollen wir abwarten», sagt Bischofberger. Nicht zuletzt, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden.

Bildungschef Stefan Kölliker hat nie ein Geheimnis daraus ­gemacht, dass «Führung und ­Beaufsichtigung der Berufsfachschulen suboptimal funktionieren, dies aufgrund von Unklar­heiten bei der Abgrenzung der Zuständigkeiten».

Finanzprüfung ergab keine Unregelmässigkeiten

Nebst der Staatswirtschaftlichen ist auch die Finanzkommission den Vorwürfen gegen den GBS-Rektor nachgegangen. Kommissionspräsident Kurt Alder war Hauptadressat das anonymen Schreibens gewesen, in welchem dem Rektor auch «Verschwendung finanzieller Mittel» vorgeworfen worden war. Die Finanzkommission hat den Rektor entlastet (Ausgabe vom 14. Juni). Es sei an der Schule zu keinen Unregelmässigkeiten gekommen.

Regula Weik

regula.weik

@tagblatt.ch