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BERUFSBILDUNG: Gemeinsam zur Berufs-WM

Geht es nach dem Bündner Grossen Rat, soll der Kanton mit St. Gallen und Liechtenstein die Berufs-WM 2023 ausrichten. In St. Gallen findet man die Idee reizvoll, ist aber auch skeptisch.
Janina Gehrig
Ein Schweizer Plattenleger an der letztjährigen WM in Abu Dhabi. (Bild: Michael Zanghellini/Swiss Skills)

Ein Schweizer Plattenleger an der letztjährigen WM in Abu Dhabi. (Bild: Michael Zanghellini/Swiss Skills)

Janina Gehrig

janina.gehrig@ostschweiz-am-sonntag.ch

Es gab Goldmedaillen für Möbelschreiner, Bäcker und die Restaurantbedienung; Silbermedaillen für Dekorationsmaler, Landschaftsgärtner und Karosseriespengler. Auch an den letztjährigen Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi sahnte die Schweizer Delegation ab. Insgesamt ­holte sie in 36 Berufsfeldern 20 Medaillen sowie 13 Diplome. Weltweit positionierte sich die Schweiz damit hinter China auf Platz zwei.

Zu dritt ist Kandidatur erfolgversprechender

Nun möchte der Grosse Rat in Graubünden die «World Skills Competitions», die alle zwei Jahre in einem anderen Land stattfinden, in die Ostschweiz holen. Vergangene Woche hat er die Regierung damit beauftragt, eine Kandidatur für das Jahr 2023 zu prüfen. Dabei brachte der zuständige Regierungsrat Martin Jäger (SP) die Idee ein, für die Austragung mit St. Gallen und dem Fürstentum Liechtenstein zu kooperieren. «Wir haben im Alpenrheintal eine Berufsbildungslandschaft, die vor der Kantonsgrenze nicht Halt macht», sagt Jäger. Viele Lehrlinge aus St. Gallen und aus dem Liechtenstein besuchten die Berufsschulen in Chur, andererseits zählten die Berufsbildungszentren in St. Gallen viele Bündner Auszubildende. Zudem sei eine Kandidatur erfolgversprechender, wenn nicht ein Kanton alleine auf der Bewerberliste stehe, sagt Jäger. Noch hätten keine offiziellen Gespräche stattgefunden. «Wir werden unsere Fühler ausstrecken und dann sehen, ob eine Kandidatur realistisch ist.»

Prüfenswert, aber überdimensioniert

Der St. Galler Bildungsdirektor Stefan Kölliker bezeichnet die Idee einer Gemeinschaftskandidatur «prüfenswert und reizvoll». Die Ostschweiz sei in der Berufsbildung – gerade was die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben anbelangt – ein unglaublich starker Raum. Dennoch findet es Kölliker «fraglich, ob wir die World Skills in diesen Dimensionen tatsächlich in der Schweiz abhalten sollten». Zwar hat die Berufs-WM bereits dreimal in der Schweiz stattgefunden, zweimal davon (1997 und 2003) in St. Gallen. 2003 zählte der Anlass aber 673 Teilnehmer und 600 Experten – nur halb so viele wie heute. Nicht nur die Grösse der Ausstellungsfläche stellt eine Herausforderung dar, auch die Kosten sind eine. Der Kanton Basel-Stadt hatte letztes Jahr eine Bewerbung für die World Skills 2021 erarbeitet. Die Kostenschätzung belief sich auf rund 89 Millionen Franken, weshalb Bund, Stadtkanton und Trägerstiftung schliesslich auf die Kandidatur verzichteten.

Gegessen ist die Sache jedoch noch nicht. Gerade am Freitag forderte die Bildungskommission des Ständerates, der Bundesrat solle eine Kandidatur zur Durchführung einer Berufsweltmeisterschaft in der Schweiz unterstützen. Die Stiftung Swiss Skills solle die Kandidatur ausarbeiten. Auch der Bündner Regierungsrat Martin Jäger lässt sich nicht be­irren. «Der Anlass ist einerseits wirtschaftlich interessant, andererseits gewinnt die Berufsausbildung an Image, wenn wir sie der Bevölkerung und international präsentieren können.» Für ihn wäre eine Kandidatur auch zu einem späteren Zeitpunkt denkbar. Und Kölliker? Er würde sich wohl auch mit den Swiss Skills – den Schweizer Berufsmeisterschaften – zufriedengeben. Deren Durchführung sei «machbarer», sagt er.

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