Berührende Blasmusik

Vor drei Jahren hätten sie schon kommen sollen. Man freute sich, Beirut aber sagten kurzfristig ab. Die Gründe wurden von Bandseite kryptisch kommuniziert. Heute weiss man, dass Zach Condon damals ein Studio irgendwo im tiefen Mexiko dem Sittertobel (und auch der restlichen Festivaltour) vorzog.

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Zach Condon von Beirut.

Zach Condon von Beirut.

Vor drei Jahren hätten sie schon kommen sollen. Man freute sich, Beirut aber sagten kurzfristig ab. Die Gründe wurden von Bandseite kryptisch kommuniziert. Heute weiss man, dass Zach Condon damals ein Studio irgendwo im tiefen Mexiko dem Sittertobel (und auch der restlichen Festivaltour) vorzog. Mit einem mexikanischen Trauerorchester machte Condon dort Aufnahmen für seine letzte EP «March of the Zapotec».

Quasi als Wiedergutmachung spielte die achtköpfige Band um den New Yorker am Sonntag als Schlusslicht-Band auf der Sternenbühne fast die gesamte EP. Anhänger der Band schauderte es, als die Moderatorin mit ihrer Kreissägenstimme die Gruppe für ihre «Polka vom Feinsten» anpries. Beirut korrigierten die Peinlichkeit rasch; den FM4-Hit «Nantes» spielten sie gleich zuerst, danach folgten die grossen Hymnen der schwer-schönen Traurigkeit, vom ersten Album «Gulag Orkestar». Die berührendsten Momente waren dann, wenn die Musiker zu fünft in ihre Trompeten und Flügelhörner bliesen. Das Publikum war verzaubert und wollte nichts anderes mehr hören. Aber da trat wieder die Moderatorin auf die Bühne, um für 2012 und die Toten Hosen zu werben. Marco Kamber

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