BERGUNFÄLLE VERHINDERN: Trittsicher und unfallfrei zurück vom Berg

Wandern ist Volkssport Nummer eins in der Schweiz. Kein ungefährlicher allerdings, wie die beiden tödlichen Unfälle vom vergangenen Wochenende auf traurige Art und Weise zeigen. Einige wichtige Punkte sollten vor jedem Wanderausflug beachtet werden.

Christa Kamm-Sager
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Bergwandern ist kein Spaziergang: Wer sicher vom Berg wieder nach Hause zurückkehren will, muss einige Punkte beachten. (Bild: Benjamin Manser)

Bergwandern ist kein Spaziergang: Wer sicher vom Berg wieder nach Hause zurückkehren will, muss einige Punkte beachten. (Bild: Benjamin Manser)

20'000 Kilometer signalisierte und unterhaltene Bergwanderwege gibt es in der Schweiz. Insgesamt kommen in der Schweiz rund 130 Millionen Wanderstunden jährlich zusammen. Allerdings verunfallen fast 9000 Personen jedes Jahr in der Schweiz beim Bergwandern, 40 Unfälle enden im Schnitt dabei tödlich. Zwei Menschen sind am letzten Wochenende in Wildhaus und in Kaltbrunn bei Bergunfällen auf tragische Weise ums Leben gekommen. Laut Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) gibt es einige Tipps, die vor einem Wanderausflug in die Planung miteinbezogen werden müssen:

1. Eigene Fähigkeiten richtig einschätzen
Wer sich selber überfordert, hat erstens keinen Genuss und geht zweites ein höheres Risiko ein. Weiss-rot-weiss markierte Wege sind steil, schmal und teilweise exponiert. Gelb markierte Wanderwege sind auch für ungeübtere Wanderer geeignet. Die Planung soll auf das schwächste Gruppenmitglied abgestimmt werden. Unbekannte und schwierige Touren nicht alleine unternehmen.

2. Die richtige Ausrüstung
Wanderwege können rutschig sein, auch wenn es nicht regnet. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind ein Muss. Regenschutz, warme Kleider und eine Karte gehören in den Rucksack. Ebenfalls zu empfehlen: Taschenapotheke, Rettungsdecke und Mobiltelefon.

3. Sorgfältig planen
Bergwandern ist nicht ohne Tücken. Es lohnt sich, die Route, den Zeitbedarf sowie allenfalls Ausweichmöglichkeiten zu studieren. Zu empfehlen ist es auch, Dritte über die eigenen Pläne und genaue Route zu informieren, insbesondere, wenn man alleine unterwegs ist.

4. Wege nicht verlassen
Trampelpfade und Abkürzungen sind heikel, Wege sollten in den Bergen nicht verlassen werden. Wenn man sich trotzdem verlaufen hat, sollte man zum letzten bekannten Punkt zurückkehren.

5. Wetter im Auge behalten
In den Bergen kann das Wetter schnell ändern. Bei plötzlich aufziehendem Nebel sollte besser gewartet und nicht durch unbekanntes Gelände abgestiegen werden. Bei einem drohenden Wetterumbruch besser rechtzeitig umdrehen oder Schutz in einer Hütte suchen.

6. Genug Pausen einlegen
Wer müde ist, stolpert schneller und ist nicht mehr so trittfest. Deshalb: Genug Pausen einlegen, sich hinsetzen, etwas essen und trinken.

7. Auf die Gehtechnik achten
Möglichst gleichmässig und nicht zu schnell gehen unterstützt die Aufmerksamkeit und Konzentration bei jedem Schritt. Es ist wichtig, ein eigenes Tempo zu finden, so dass auch für den Rückweg noch Reserven bleiben. Aufwärts sollte man mit der ganzen Sohle aufsetzen und beim Abwärtsgehen den Oberkörper eher etwas nach vorne neigen und die Knie beugen. Nicht zu grosse Schritte machen.

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