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«Bergbahn ist nicht verhandelbar»: Gemeinden wehren sich gegen Abbau auf der Linie Rorschach-Heiden – und kündigen drei Massnahmen an

Das drohende Aus für die Ostschweizer Zahnradlinien stösst in den betroffenen Gemeinden auf immer grösseren Widerstand. Der Rorschacher Stadtrat und der Gemeinderat Heiden planen konkrete Massnahmen, um ihre Bergbahn zu stärken.
Adrian Vögele
Ein Zug der Rorschach-Heiden-Bahn (RHB) am Hafenbahnhof in Rorschach. (Bild: Raphael Rohner)

Ein Zug der Rorschach-Heiden-Bahn (RHB) am Hafenbahnhof in Rorschach. (Bild: Raphael Rohner)

Eine Ostschweiz ohne Zahnradbahnen? Diese Aussicht kommt schlecht an, vor allem in den betroffenen Gemeinden. Altstätten, Walzenhausen, Lutzenberg und Rheineck haben sich bereits kritisch geäussert zu den Plänen der Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden, die drei Zahnradlinien allenfalls einzustellen und beispielsweise mit Bussen zu ersetzen. Jetzt wehren sich auch Rorschach und Heiden – und zwar vehement. Die Bergbahn sei «nicht verhandelbar», heisst es in einer Mitteilung des Stadtrats Rorschach und des Gemeinderats Heiden. Die beiden Räte wollen auch nicht, dass die Linie ausgedünnt wird. Im Gegenteil: Sie soll gestärkt werden. Dazu kündigen Rorschach und Heiden konkrete Massnahmen an.

  • Das Angebot auf der Linie soll «massiv ausgebaut» werden – mit einem Halbstundentakt für Pendler und längeren Betriebszeiten am Abend. Damit mehr Fahrgäste die Linie nutzen, will die Gemeinde Heiden die Bus-Umsteigeanlage zum Bahnhof verlegen. Das kostet laut Mitteilung drei bis vier Millionen Franken, die Abstimmung ist Anfang 2020 vorgesehen.
  • Die Fahrzeit von Heiden nach St.Gallen soll sich auf 30 Minuten verkürzen. Ab Fahrplan 2020/21 verkehren erste Intercityzüge über St.Gallen hinaus bis nach Rorschach. Mit schlanken Anschlusszeiten und Umstieg auf demselben Perron werde die kürzere Fahrzeit möglich, schreiben die Gemeinden. Heute dauert die Reise mit dem öffentlichen Verkehr von Heiden nach St.Gallen im Minimum 42 Minuten.
  • Die Nostalgiefahrten mit Dampflok sollen wieder aufgenommen werden und den touristischen Wert der Zahnradlinie stärken. Die Dampflok «Rosa», die einen Kesselschaden erlitten hat, soll wieder auf die Schiene. Die Stadt Rorschach und die Gemeinde Heiden werden die Sanierung der Lokomotive mit einem «namhaften Betrag» unterstützen, wie sie mitteilen.

Die Gemeinden betonen die touristische Bedeutung der Zahnradlinie: An den Wochenenden und in der Ferienzeit sei sie stark ausgelastet. Falle die Zahnradbahn weg, habe das negative Auswirkungen auf andere Angebote: So sei ein starker Besucherrückgang auf dem Witzwanderweg zwischen Heiden und Walzenhausen zu erwarten, den jährlich fast 40000 Personen begehen. Auch für den Schiffsverkehr Rheineck-Rorschach drohen laut Communiqué massive Einbussen.

Abklärungen der Kantone dauern bis 2020

Stadt- und Gemeinderat begrüssen deshalb, dass die Kantone und die Appenzeller Bahnen das touristische Potenzial der drei Zahnradbahnen derzeit vertieft überprüfen lassen. Die Ergebnisse der Gesamtbeurteilung sollen in der ersten Hälfte 2020 vorliegen. Auslöser für die Suche nach Alternativen zum heutigen Bahnbetrieb sind gemäss den Kantonen die tendenziell rückläufige Nachfrage und der sinkenden Kostendeckungsgrad auf den drei Linien.

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