Berewegge machen Lust auf mehr

Silvan Lüchinger
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Im Sommer ernähren sich Biber von Blättern, Gräsern und Knospen. Im Winter, wenn nichts mehr grünt, tun es auch Bäume. Einen solchen Biberbaum hat der St. Galler Matthias Howald an der Sitter entdeckt, unweit von seinem Haus. Eigentlich freut er sich über seinen scheuen Nachbarn; Biber quasi im Vorgarten hat nun wirklich nicht jeder. Ein bisschen mulmig ist ihm nach seiner Entdeckung aber doch. Immerhin ist der angeknabberte Baum eine gut 20 Meter hohe Weide – und wenn die dereinst auf die falsche Seite umfällt, erreicht sie Howalds Parkplatz. Ob da Absicht dahintersteckt? Vielleicht müssten die beiden mal miteinander reden. Biber gelten als musikalische Tiere mit empfindlichem Gehör. Howald ist Punkmusiker.

M70 ist ein Gewehr. Auch die Kürzel M71 bis M74 stehen für Gewehre oder Pistolen. M75 ist zur Abwechslung keine Waffe, sondern ein Wolf. Zu Waffen hat er ein gestörtes Verhältnis: Er ist zum Abschuss freigegeben. M75 verhält sich zwar wie ein normaler Wolf, aber er gilt als Schadwolf. Menschen hat er noch keine gefressen, aber ihm werden diverse Schafrisse zur Last gelegt. Die Ersten, die das Todesurteil fällten, waren die Bündner und die Tessiner. Die St. Galler folgten ihnen, und nun haben auch die Ausserrhoder nachgezogen. Es ist offensichtlich: M75 hat wenig Freunde. Ihm bleibt nur Innerrhoden. Dort allerdings hat er gute Chancen: Wer in Ausserrhoden verfolgt wird, erhält sofort Asyl.

Ob ihn ein falscher Freund verpfiffen hat oder ob die Polizei selber darauf gestossen ist, kommt unter dem Strich auf dasselbe heraus. Ein Foto, das er während des Überholens auf der Autobahn geschossen und auf Facebook gestellt hatte, kostet den SVP-Kantonsrat Mike Egger 650 Franken. Selbstverständlich werde er die Busse bezahlen, sagt der Bernecker. Ein kleiner Trost bleibt dem Jungpolitiker, der mit der Qualifikation als Hardliner keine Probleme hat: Politische Geisterfahrten sind nicht einklagbar.

Das Geschäft mit Sexspielzeug blüht im ganzen Land. Im Vergleich der Kantone sollen es die Innerrhoder sein, die obenaus swingen – mit 25 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt. Das wollen die Thurgauer nicht auf sich sitzen lassen. «Lust2» heisst ein neues Geschäft, das anregende Guezli herstellt. Wirklich gefunden scheint die richtige Gewürz­mischung aber noch nicht. Man hüpfe nach dem Genuss nicht gleich ins Bett, bedauert die Inhaberin, und tüftelt weiter. Vielleicht probiert sie es einmal mit dem Appenzeller Rezept: Berewegge, Chäs ond Brot.

Eine Lawine hat im vergangenen Winter eine grosse Menge Steine auf die Alp Tesel transportiert. Weil aber Geröll keine Milch gibt, muss es weg. Die Ortsgemeinde Gams als Eigentümerin der Alp hat sich zur Räumung die Dienste von Asylsuchenden gesichert. Erste Erfahrungen zeigen: Sie machen es gut. «Sie lernen Pünktlichkeit, es gibt klare Strukturen, denn Pause gemacht wird dann, wenn es der Betreuer vorgibt», sagt der Teamleiter. Gras und Steine konnten sie bereits nach einem Tag unterscheiden. Das müsste andere Alp- und Waldbesitzer eigentlich zur Nachahmung animieren. Asylbewerber dürfen nämlich auch für Weidepflege, Arbeiten an Wanderwegen und zum Räumen von Holzschlägen eingesetzt werden. Geradezu prädestiniert sind sie für die Bekämpfung von Neophyten. Mit unerwünschten Eindringlingen kennen sie sich bestens aus, und im Idealfall entsorgen sie sich mit dem Ende des Einsatzes gleich selber.

Silvan Lüchinger

silvan.luechinger

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