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Interview

Benedikt Würth verzichtet: «Man hätte mich wohl als Konkurrent zu Karin Keller-Sutter betrachtet»

Der St.Galler CVP-Regierungsrat Benedikt Würth stellt sich nicht zur Wahl für den Bundesrat. Karin Keller-Sutter habe sehr gute Chancen, einen Bundesratssitz für die Ostschweiz zu holen, sagt Würth im Interview. Die Region müsse die Kräfte nun bündeln.
Adrian Vögele
Der St.Galler Finanzchef Benedikt Würth. (Bild: Ralph Ribi)

Der St.Galler Finanzchef Benedikt Würth. (Bild: Ralph Ribi)

Benedikt Würth, Sie steigen nicht ins Rennen um den freiwerdenden CVP-Bundesratssitz. Warum?

Es hat sich in den vergangenen Wochen eine bestimmte Strömung verfestigt: Bei der FDP-Vakanz steht mit Karin Keller-Sutter die Ostschweiz im Vordergrund. Bei der CVP sind es Personen aus anderen Regionen. Ich habe das realpolitisch beurteilt und entschieden, dass es in dieser Konstellation nicht sinnvoll ist, wenn ich kandidiere.

Sie wollen Karin Keller-Sutter nicht im Weg stehen?

Ich habe verschiedentlich darauf hingewiesen, dass die Kantonsklausel abgeschafft ist und auch zwei St.Galler Bundesräte denkbar wären. Doch ich habe gespürt, dass dieses Argument zu wenig durchdringt. Wenn ich angetreten wäre, hätte man mich wohl als Konkurrent zu Karin Keller-Sutter betrachtet. Es geht nun darum, die sehr guten Chancen auf eine Ostschweizer Vertretung im Bundesrat nicht noch auf den letzten Metern zu beeinträchtigen. Darum sollte die Ostschweiz die Kräfte nun bündeln.

Am 5. Dezember wird zuerst die Nachfolge von Doris Leuthard bestimmt, nachher jene von Johann Schneider-Ammann. Glauben Sie, Karin Keller-Sutters Wahlchancen wären gesunken, wenn Sie angetreten und gewählt worden wären?

Ich persönlich habe das nie geglaubt. Karin Keller-Sutter ist sehr gut positioniert und hat viel Rückenwind. Es verhielte sich eher umgekehrt: Die Chancen für mich als weiteren St.Galler wären tiefer.

Als Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) sind Sie in Bern besser vernetzt als andere Regierungsräte. Hätte diese Lobby nicht ausgereicht, um im Parlament genügend Stimmen zu finden?

Ich habe aus Bern viel Zuspruch bekommen für eine allfällige Kandidatur. Als KdK-Präsident habe ich oft auf nationaler Ebene zu tun. Allerdings handelt es sich dabei vor allem um Treffen mit Bundesräten oder Führungspersonen aus der Bundesverwaltung, Kontakte mit dem Bundesparlament hat man insbesondere bei den sogenannten Anhörungen in Kommissionen. Natürlich kann es auch eine Chance sein, wenn man als Nicht-Mitglied der Bundesversammlung für die Landesregierung kandidiert – man ist unbelastet, unbefangen. Doch die Vergangenheit zeigt dennoch: Aus einer Kantonsregierung in den Bundesrat gewählt zu werden, ist nicht einfach.

Welche Rolle hat die interne Konkurrenz der CVP gespielt?

Keine. Die Partei hat diverse valable Persönlichkeiten – Frauen und Männer.

Falls Karin Keller-Sutter Bundesrätin würde, wäre im Ständerat ein St.Galler Sitz frei. Würden Sie zur Wahl antreten?

Dazu will ich noch nichts sagen. Nun lassen wir zuerst einmal die Bundesratswahlen über die Bühne gehen.

In Ihrer persönlichen Erklärung zur Bundesratswahl schreiben Sie: «Das Herz sagt Ja, der Kopf sagt Nein.» Sind Sie enttäuscht?

Nein, Enttäuschung wäre das falsche Wort. Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen stark mit mir gerungen - aber am Ende muss man die Ausgangslage realistisch beurteilen. Eine politische Karriere in den Bundesrat lässt sich nicht planen.

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