Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kommentar

Benedikt Würths Wahl hat die Gelüste der SVP erst recht geweckt

Paul Rechsteiner, Benedikt Würth, Marcel Dobler – und jetzt noch Roland Rino Büchel: Die vier grössten St.Galler Parteien schicken allesamt einen Kandidaten in den Ständeratswahlkampf. Was das für die Wahlen im Herbst heisst.
Andri Rostetter
Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Besser kann man es als Wähler kaum haben. Dass sich alle Bundesratsparteien um einen Sitz bemühen, bedeutet: Es gibt keine Absprachen, keine Päckli, niemand wird geschont. Die Parteien haben nicht nur namenlose Hinterbänkler nominiert, sondern vier erprobte Wahlkämpfer aus den oberen Gewichtsklassen. Bedauerlich ist allein, dass keine Frau darunter ist. Das wird sich auch kaum mehr ändern. Die Frist für die Nominationen ist zwar noch nicht vorbei. Aber für die anderen Parteien ist das Rennen gelaufen. Die Grünen werden sich kaum dazu entschliessen, eine eigene Kandidatin oder einen eigenen Kandidaten in den Wahlkampf zu schicken. Es wäre eine direkte Konkurrenz zum linken Sitz von Paul Rechsteiner.

Der SP-Doyen ist im Herbst auf jede Stimme angewiesen. In den vergangenen Jahren konnte sich die Linke noch auf Protestwählern bis weit in die Mitte hinein verlassen. Diesen Wählern ging es allerdings nicht darum, der SP zu einem Sitz zu verhelfen, sondern die SVP zu verhindern. Nun ist die Lage nicht mehr so eindeutig. Mit der Wahl von Karin Keller-Sutter in den Bundesrat hat sich das parteipolitische Gewicht der St.Galler Ständeratsvertretung leicht nach links verschoben. Das hat die Gelüste im rechten Lager erst recht geweckt.

Rechsteiner hat sich seit seiner Wahl in den Ständerat zwar instinktsicher als Lobbyist für Ostschweizer Anliegen positioniert. Dazu kann er auf die eher mässige Experimentierfreudigkeit der Wählerinnen und Wähler zählen. Im Zweifelsfall wählt man das, was man schon kennt. Wenn FDP und SVP nun aber im Doppelpack angreifen, dürfte das vor allem Rechsteiner Stimmen kosten. Erstens dürfte der Anti-SVP-Reflex bei Büchel weniger stark spielen als noch bei Toni Brunner und Thomas Müller. Zweitens hat FDP-Kandidat Dobler bei den Wahlen 2015 gezeigt, dass er in der Lage ist, auch ausserhalb der freisinnigen Basis Stimmen zu holen.

FDP und SVP haben klar gemacht, dass es ihnen um den linken Sitz geht. Die SVP zielt zudem auf Rechsteiners Amtsdauer, der mit seinen 32 Bundeshaus-Jahren dienstältester Parlamentarier ist. Ein Szenario für den Herbst könnte demnach so aussehen: Im ersten Wahlgang wird niemand gewählt, aber Würth holt am meisten Stimmen. Für den zweiten Wahlgang ringen sich FDP und SVP allen Streitereien zum Trotz zu einem Pakt durch und einigen sich auf einen Kandidaten. Die Frage ist, ob das Volk bei diesem Schulterschluss mitmacht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.