«Benedikt», St. Gallen: Benediktinische Gastfreundschaft

Der kleine, sanfte Mann gehört seit 25 Jahren zur St. Galler Gastronomie wie die Bratwurst. Er hat viele Restaurants und Küchen von innen gesehen, etwa «Mövenpick», «Stadtkeller» oder «Latini». Drei Ausbildungen hat er in dieser Zeit absolviert, Kellner, Sommelier, schliesslich Koch.

Drucken
Teilen

Der kleine, sanfte Mann gehört seit 25 Jahren zur St. Galler Gastronomie wie die Bratwurst. Er hat viele Restaurants und Küchen von innen gesehen, etwa «Mövenpick», «Stadtkeller» oder «Latini». Drei Ausbildungen hat er in dieser Zeit absolviert, Kellner, Sommelier, schliesslich Koch. Seit sechs Jahren nun ist Adem Özütürk selber Herr im Haus. «Benedikt» heisst es (der Name ist eine Reverenz an die ehemalige Benediktinerabtei nebenan und entzückt die Touristen aus dem Land des aktuellen Papstes)

– und die Bratwurst findet sich zumindest im Parterre-Restaurant tatsächlich auf der Karte (mit Rösti 19.70).

Ebenerdig liessen sich zu Zeiten des legendären Hotels Im Portner die Touristen mit Kaffee und Kuchen verwöhnen. Özütürk hat aus dem Raum ein helles Passantenrestaurant gemacht und es «Extra Vergine» getauft, als Anspielung auf eine seiner Küchen-Leidenschaften: Im St. Galler Ableger der Kette «The Olive Shop» verkauft Özütürk Spitzenöle über die Gasse.

Appenzell bis Asien

Das Erststock-Lokal, eben das «Benedikt», ist ein einladender Raum in warmen Braun- und Rottönen. Spiegelwände und zwei Fensterfronten machen ihn weit, das Holz bringt eine gemütliche Note – und die edel gedeckten Tische sind eine Einladung, sich niederzulassen. Der Blick in die Karte schliesslich ist Bestätigung, dass man daran gut getan hat.

Der mediterrane Touch vom Parterre ist auch in der «Benedikt»-Karte spürbar, dazu kommt im ersten Stock mit Curryschaumsuppe und Riesencrevette (13.50) oder Pouletragout an indischer Currysauce mit Basmatireis und Wok-Gemüse (33.50) ein Hauch Asien. Was nicht heisst, dass Özütürk den Standort des Lokals verleugnen würde. Das Degustationsmenu (drei, vier oder fünf Gänge für 65.–, 75.– oder 85.

–) eröffnet Appenzeller Rauchschinken mit frischen Feigen, Parmesan und Kräutersalatbouquet, in der Fleischabteilung gibt es à la carte Kalbsleberli mit frischen Kräutern und Rösti (32.–) oder Cordon bleu mit Appenzeller Mostbröckli und Pommes frites (37.50).

Dessert-Paradies

Wir bestellen den Rauchschinken sowie die Curryschaumsuppe und freuen uns über die eigenständigen, charakteristischen Aromen.

Als Hauptgang ordern wir Filet vom irischen Hochlandrind an Portweinjus, Frühlingszwiebeln und Bratkartoffeln (48.–) und Kalbspaillard an Kräuterschaum mit Marktgemüse und Nudeln (42.–). Konsistenz und Aroma der Fleischstücke verraten deren edle Herkunft sowie die meisterliche Hand am Herd. Könnerschaft spricht auch aus den Desserts, denen wir nicht widerstehen können: Hier Bénédictine-Parfait (9.50), dort cremige Glaces von Schokolade und weissem Kaffee (8.–). Auf der Weinkarte drückt mit einer Italien-Dominanz wieder das Mediterrane durch.

Unser Eindruck: Das «Benedikt» ist ein Stockwerk über dem Rummel der Bankgasse eine feine Adresse zum Geniessen. Die Küche schafft eine schöne Symbiose von Regionalem, Mediterranem und Asiatischem, und die Bedienung ist, wie man sie sich nur wünschen kann: kompetent, aufmerksam, herzlich. Kurz: benediktinische Gastfreundschaft. Beda Hanimann

Benedikt, St. Gallen Bankgasse 12, 9000 St. Gallen, Tel. 071 227 61 00, Adem Özütürk www.benediktrestaurant.ch Öffnungszeiten: Montag Ruhetag Karte: Hauptgerichte 32.– bis 48.–

Aktuelle Nachrichten