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Beim Trinkwasser kann es eng werden

Weil die Stadt St.Gallen mit Trinkwasser aus Seewasserwerken am Bodensee versorgt wird, muss die Bevölkerung ihren Trinkwasserverbrauch nicht einschränken. Anders sieht die Lage hingegen im Toggenburg aus, weil es sein Trinkwasser hauptsächlich aus Quell- und Grundwasser bezieht.
Sandro Büchler
Marcel Steiger Regionale Wasserversorgung St.Gallen AG (Bild: pd)

Marcel Steiger Regionale Wasserversorgung St.Gallen AG (Bild: pd)

In der aktuellen Trockenperiode stellt sich die Frage, wie es um die Trinkwasserreserven der Ostschweiz steht. Für die Stadt St.Gallen gebe es keine Einschränkungen für den Trinkwassergebrauch, sagt Marcel Steiger von der Regionalen Wasserversorgung St.Gallen AG (RWSG). «Das St.Galler Trinkwasser stammt zu 100 Prozent aus dem Bodensee.» Der derzeit tiefe Pegelstand biete keinen Anlass zur Sorge, was die Versorgung der Stadt St.Gallen mit genügend Trinkwasser anbelangt. «Alle Seewasserwerke am Bodensee entnehmen dem See pro Tag in etwa jene Wassermenge, die der Rhein dem Bodensee innerhalb von 20 Minuten zuführt», sagt Steiger. Die RWSG versorgt zwölf Gemeinden mit Trinkwasser, darunter St.Gallen, Gossau, Teufen, Herisau, Mörschwil, Goldach und Rorschach.

Anders sieht die Lage im Toggenburg aus, das sein Trinkwasser hauptsächlich aus Quell- und Grundwasser bezieht. «Aktuell haben wir zwar noch keinen Notstand, wir können den Bedarf decken», sagt Adolf Breitenmoser, Präsident der Wasserversorgung Krummenau. Die Trockenheit macht den Trinkwasserversorgern im Toggenburg allerdings zu schaffen. Die Quellzuläufe der Trinkwasserversorgungen seien markant zurückgegangen, auch die Grundwasserpegel der Pumpwerke seien auf einem sehr tiefen Niveau.

Toggenburg muss Wasser sparen

Die Wasserversorger zwischen Kirchberg und Wildhaus haben sich deshalb in dieser Woche mit einem persönlich adressierten Flyer an alle Trinkwasserbezüger gewandt. «Wir machen uns Sorgen um Ihr Trinkwasser», titeln die Wasserkorporationen gemeinsam. Die Bevölkerung solle deshalb sorgfältig mit dem Trinkwasser umgehen. Ein grosser Wasserverbrauch soll vermieden, das Waschen von Autos reduziert und Rasenflächen nicht mit Wasser gesprengt werden. Die Dichtungen von tropfenden Wasserhähnen und undichten WC-Spülkästen sollen ersetzt werden. Auch Trinkwasserbrunnen werden abgestellt. «Wir wollen reagieren, bevor es kritisch wird», so Breitenmoser.

Bleibe es jedoch weiterhin trocken, müssten den Appellen an die Vernunft Verbote folgen. Falls sich die Wasserknappheit weiter verschärfe, könne man sich untereinander mit Wasser aushelfen. Die Wasserversorger sind im Verbund organisiert. Würde die Lage prekär, müsse man allenfalls Notleitungen von Gemeinde zu Gemeinde bauen. «Dazu sind aber Trinkwasserschläuche notwendig, Feuerwehrschläuche kann man nicht verwenden», sagt Breitenmoser. Im Thurgau sei punkto Trinkwasser noch alles «im grünen Bereich», sagt Dominique Zimmer, der die Oberaufsicht über die Wasserversorgung im Kanton Thurgau inne hat. Die Thurgauer Gemeinden, die ihr Trinkwasser aus dem Bodensee oder aus einem der grösseren Flüsse beziehen, hätten aktuell keine Einschränkungen zu befürchten. «Der See ist eine sichere Reserve.»

Einzig Thundorf mit Knappheit

Aktuell hätten die Wasserversorger im Thurgau die Lage im Griff, sagt Zimmer. Einzig in der Gemeinde Thundorf gebe es zurzeit einen punktuellen Engpass bei der Wasserversorgung. Die Gemeindebehörden verbieten ihren Einwohnern bis auf weiteres Bewässerungen und Nassreinigungen. In einem Schreiben teilt Thundorf mit, dass die Wasserlieferungen eingeschränkt werden müssen, da die Wasserbezugsmengen bei der Regionalwasserversorgung Mittelthurgau-Süd voll ausgeschöpft seien. Will heissen: Die Gemeinde hat bei der Wasservorsorgeplanung knapp kalkuliert.

«Wir haben die Lehren aus dem trockenen Sommer 2003 gezogen und die Versorgungssicherheit forciert», erklärt Dominique Zimmer. So würden in Planungen verschiedenen Szenarien – von einer Verschmutzung bis hin zu einer längeren Trockenperiode – berücksichtigt. Auch die Thurgauer Gemeinden sind in einem Verbund vernetzt und können bei Wasserdefiziten einspringen.

Für Michael Eugster, Leiter des Amts für Wasser und Energie beim Kanton St.Gallen, ist die aktuelle Dürre ein Indiz, dass man in Zukunft vermehrt mit Trockenperioden rechnen müsse. «Wir haben nicht unendlich viel Wasser.»

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