Beim Mittagstisch des St.Galler Schulhauses Boppartshof herrscht Platznot: Eine neue Tagesbetreuung für 204 Kinder soll her

Neben dem Primarschulhaus Boppartshof am Stadtrand soll für
8,9 Millionen Franken ein Neubau für einen Mittagstisch gebaut werden.

Melissa Müller
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Das Schulhaus Boppartshof in St.Gallen gilt als wichtiges Architekturdenkmal.

Das Schulhaus Boppartshof in St.Gallen gilt als wichtiges Architekturdenkmal.

Marlen Hämmerli

Beim Mittagstisch des Schulhauses Boppartshof wird es immer enger. Zu Spitzentagen essen 102 Kinder Zmittag. Daher soll neben dem Schulhaus ein dreistöckiger Ersatzneubau für 8,9 Millionen her. 204 Kinder sollen hier künftig verköstigt werden.

Das Stadtparlament wird sich an seiner Sitzung am Dienstag damit befassen. Der Stadtrat beantragt ihm, für die Durchführung eines Projektwettbewerbs und die Ausarbeitung eines Vorprojekts einen Verpflichtungskredit von 600 000 Franken zu erteilen.

Der Hintergrund: Beim Schulhaus Boppartshof wurde vor elf Jahren ein als Provisorium bewilligter Holzpavillon als Mittagstischangebot für 80 Kinder eröffnet. Der Raum reichte aufgrund der steigenden Nachfrage aber bald nicht mehr aus. Heute nutzt die Tagesbetreuung Räume in zwei weiteren Gebäuden im Wolfganghof. So können insgesamt 101 Kinder gleichzeitig betreut werden.

An drei Orten Geschirr abwaschen

Der auf drei Standorte aufgeteilte Betrieb ist laut dem Stadtrat aufwendig und personalintensiv. Das Essen muss transportiert und das Geschirr an drei Orten abgewaschen werden. Das Team aus 20 Mitarbeitenden teilt sich zwei je 14 Quadratmeter grosse Büros, die gleichzeitig als Teamgarderobe genutzt werden. Auch in der Küche und in den Lagerräumen fehle es an Platz. Doch im bestehenden Schulareal gebe es keine Kapazitäten.

Dort, wo ein Kind beschult wird, besucht es im Normalfall auch die Tagesbetreuung. Dass die Kinder vom Wolfganghof zum Mittagessen in ein anderes Quartier müssen, etwa zum Schulhaus Schönenwegen oder Engelwies, will man ihnen nicht zumuten.

Der Standort für den künftigen Neubau steht bereits fest. Er befindet sich östlich des Schulareals, zwischen Spielwiese und Spielplatz. Hier könnte die Betreuung autonom betrieben werden; sie wäre aber dennoch auf dem Schulareal integriert. Das Rasenspielfeld werde mit einem Neubau etwas kleiner, genüge jedoch für die Ansprüche der Fussballjunioren D. Die durch den Neubau beanspruchte Grünfläche soll am Standort des heutigen Pavillons ersetzt werden.

Tagesbetreuung könnte 2026 bezogen werden

Für den Neubau soll ein offenes Verfahren ausgeschrieben werden. Das denkmalgeschützte Schulhaus baulich zu ergänzen, bedürfe der Sorgfalt der Architekten, schreibt der Stadtrat. Denn bei der Schulanlage an der Wolfgangstrasse 15, die in den 60er- und 70erjahren errichtet wurde, handle es sich um ein wichtiges Architekturdenkmal.

Im Rahmen des Vorprojekts wird die Entwicklung der Nachfrage geprüft. Denn wie sich die Schülerzahlen im Quartier entwickeln, ist ungewiss. Der Neubau soll so konzipiert werden, dass er auch für den Unterricht genutzt werden kann. Für die Auswahl des besten Vorschlags soll ein anonymer Projektwettbewerb durchgeführt werden.

Wenn das St. Galler Stadtparlament den Kredit diesen Herbst genehmigt und alles nach Plan läuft, kann die Tagesbetreuung frühestmöglich im Sommer 2026 bezogen werden.