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Beim Konflikt um die Umkleidezeit in St.Galler Spitälern zeichnet sich eine Lösung ab

«Umkleiden ist Arbeitszeit», fordert der VPOD Ostschweiz, die Gewerkschaft für Angestellte im Service public. Im Herbst wollen Vertreter der St.Galler Spitalregionen einen Lösungsvorschlag präsentieren.
Katharina Brenner
Die Zeit, die Spitalangestellte zum Umkleiden brauchen, soll bezahlt werden. Das fordert der VPOD Ostschweiz. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Die Zeit, die Spitalangestellte zum Umkleiden brauchen, soll bezahlt werden. Das fordert der VPOD Ostschweiz. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Beide Seiten beschreiben das Treffen als konstruktiv. Vertreter der vier St.Galler Spitalregionen und des VPOD Ostschweiz, der Gewerkschaft für Angestellte im Service public, kamen kürzlich zusammen. Mehrfach war ein Treffen verschoben worden, der VPOD hatte den Spitälern Aufschub gewährt. Jetzt scheint eine Lösung des Konflikts in Sicht: «Im Herbst wollen uns die Verantwortlichen der Spitalregionen einen Vorschlag unterbreiten», sagt Maria Huber, Regionalsekretärin VPOD Ostschweiz.

Das bestätigt Philipp Lutz, Mediensprecher des Kantonsspitals St.Gallen: «Die Spitäler anerkennen, dass angeordnetes Umkleiden als Arbeitszeit zu gelten hat.» Damit gehen die Spitäler auf die Gewerkschaft zu. Als diese im Februar in einem Brief «Umkleiden ist Arbeitszeit» forderte und mit einer Meldung beim Arbeitsinspektorat drohte, reagierte das Kantonsspital irritiert aufgrund der Tonalität (Ausgabe vom 23. Februar). Dass Umkleiden keine Arbeitszeit ist, sei im Gesundheitswesen branchenüblich, sagte Lutz damals.

Regierung ist gegen rigide Zeiterfassung

Gemäss Staatssekretariat für Wirtschaft gilt im Zusammenhang mit Umkleiden all das als Arbeitszeit, «was obligatorisch Teil des Arbeitsprozesses ist», beispielsweise das Anziehen von Überzugskleidern oder steriler Arbeitskleidung. Darauf beruft sich Monika Simmler, SP-Kantonsrätin und Vorstandsmitglied VPOD Ostschweiz, in ihrer Einfachen Anfrage. Sie rechnet vor, dass Angestellten mit Umkleidepflicht jährlich rund ein halber Monatslohn entgehe.

Die St.Galler Regierung schreibt in ihrer Antwort: «Eine Anrechnung von Umkleidezeit als zusätzliche Arbeitszeit könnte die Spitäler aufgrund des hohen finanziellen Aufwands zwingen, eine rigide Zeiterfassung durchzusetzen und auch die Einhaltung der Pausen minutengenau zu kontrollieren.» Dies könne nicht im Sinn der Beteiligten sein und würde der gelebten, eingespielten Betriebskultur der Spitalbetriebe entgegenlaufen (Ausgabe vom 16. Mai). Jetzt liegt der Ball bei den Spitälern.

Schwieriger Weg zu einheitlicher Lösung

Im Gespräch sei von Seiten der Spitäler die Idee aufgekommen, die Pausen mit der Arbeitszeit zu verrechnen, sagt Huber. «Das wäre keine Entlastung für die Angestellten. Gegen diesen Vorschlag wehren wir uns vehement.» Gemäss Spitalsprecher Lutz soll im Zuge der anstehenden Detailabklärungen ein Lösungsvorschlag erarbeitet werden, wie die Umsetzung möglichst einheitlich erfolgen kann. Eine einheitliche Lösung für alle Spitalregionen werde schwierig, so Huber: «Uns ist bewusst, dass jedes Spital andere Voraussetzungen mitbringt und die Wege vom Umkleideraum bis zum Arbeitsplatz unterschiedlich lang sind.»
Die VPOD-Kampagne «Umkleiden ist Arbeitszeit» läuft national – in Zürich gewähren erste Spitäler und Kliniken ihren Angestellten Umziehzeiten.

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